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Bildungsexperte Domisch in Finnland gestorben

HELSINKI. Der renommierte Schulfachmann Rainer Domisch ist im Alter von 65 Jahren in seiner Wahlheimat an einer schweren Krankheit verstorben.

Dies teilte das Kultusministerium von  Mecklenburg-Vorpommern nun mit. Domisch hatte dort bis 2008 als Vorsitzender einer Expertenkommission zur „Zukunft der Erziehung und Bildung“ gewirkt.  Deutschlandweit bekannt geworden war Domisch 2007 als Kandidat für das Amt des Kultusministers von Hessen im Schattenkabinett der damaligen SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti. Mit dem Scheitern Ypsilantis endeten auch Domischs Ambitionen als Bildungspolitiker in Deutschland.

Rainer Domisch und die damalige hessische Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti 2007. Foto: SPD Hessen / Flickr

Rainer Domisch und die damalige hessische Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti 2007. Foto: SPD Hessen / Flickr

Seine Prominenz in der Bildungsszene hatte sich Domisch verdient, indem er zahlreiche deutsche Besuchergruppen und Interessenten durch finnische Schulen führte und sie umfassend informierte. In Deutschland wurde er vor allem als Referent geschätzt. Von ihm erwartete man Aufklärung, wie der Spitzenplatz von Finnland in den PISA-Untersuchungen möglich war.

Mecklenburg-Vorpommerns Kultusminister Henry Tesch würdigte den Verstorbenen: „Rainer Domisch war ein engagierter Anhänger einer Schule ohne jegliche Ausgrenzung und mit der Verpflichtung zur intensiven individuellen Förderung jedes einzelnen Kindes. Sein Anliegen und entsprechende Empfehlungen der Expertenkommission sind in unser neues Schulgesetz und in die Bildungskonzeption für 0- bis 10-jährige eingegangen und damit als Teil seines pädagogisches Testaments dort verankert.”

Der Deutsch- und Englischlehrer Domisch kam aus Schwäbisch-Hall in Baden-Württemberg. Seit 1979 lebte und arbeitete er mit seiner finnischen Frau meist in Finnland, erst als Lehrer an der Deutschen Schule Helsinki, dann als Fachberater für Deutschlehrer im Auftrag der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen. 1994 wechselte er als Mitarbeiter in das finnische „Zentralamt für Unterrichtswesen”, wo er für das Fach Deutsch in finnischen Schulen verantwortlich war. Seine letzte Dienststellung war die eines Bildungsberaters im Zentralamt als finnischer Beamter.  Für seine hochgeschätzte Arbeit wurde er 2000 von der finnischen Staatspräsidentin ausgezeichnet.

Mit seinem in Kürze erscheinenden Buch „Niemand wird zurück gelassen: Eine Schule für alle” dürfte Domisch weiter Einfluss auf die bildungspolitische Debatte in Deutschland nehmen.

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