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Eltern fordern Qualitätskontrolle für Kitas

MÜNCHEN. „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Kindertagesstätte?“ Zu diesem Thema befragte die Zeitschrift „Eltern family“ in einer groß angelegten Studie Väter und Mütter. Die Ergebnisse sind überwiegend positiv, wenn es um die Beziehung zwischen Kindern und Erzieherinnen geht. Allerdings gibt es auch Unstimmigkeiten.

Kinder haben Spaß im Kindergarten - ihre Eltern nicht immer. Foto: Woodleywonderworks / Flickr (CC BY 2.0)

Kinder haben Spaß im Kindergarten - ihre Eltern nicht immer. Foto: Woodleywonderworks / Flickr (CC BY 2.0)

„Die Erzieherinnen gehen liebevoll und respektvoll mit den Kindern um“, sagen 94 Prozent der befragten Eltern. Für 96 Prozent der Eltern trifft die Aussage „Mein Kind mag die Erzieherinnen“ voll und ganz oder überwiegend zu.

Andererseits: Nur jede dritte Erzieherin wird uneingeschränkt als offen für Kritik und Anregungen wahrgenommen. Bei etwa jeder Vierten ist das aus Elternsicht weniger oder gar nicht der Fall. Manche Eltern fühlen sich mit ihren Sorgen nicht ernst genommen und respektiert. Dies trifft auf fast jeden fünften Befragten zu. Fast 30 Prozent sind mit der Informationspolitik der Kita und der Einbeziehung bei wichtigen Entscheidungen eher oder sehr unzufrieden. Nur bei gut der Hälfte der Kitas war den Eltern ein schriftliches pädagogisches Konzept bekannt. In jeder dritten Kita fehlt die Dokumentation der Kindesentwicklung oder es finden Gespräche nur kurz zwischen Tür und Angel statt, bemängeln die Befragten. Eine mögliche Erklärung könnte die Überlastung der Erzieherinnen sein: Bei fast der Hälfte der Kitas kommt es nach Angaben der Eltern häufig oder gelegentlich dazu, dass nur eine Betreuungsperson für eine Gruppe da ist. Splittet man die Antworten in neue und alte Bundesländer, schneidet der Osten doppelt so schlecht ab wie der Westen: In jeder dritten Kita ist eine Erzieherin häufig allein.

Gute Noten vergeben die Eltern bei der Ausstattung für kreatives Spiel, der Sprachförderung und einem ansprechenden Außenbereich. Knapp 90 Prozent finden die Ausstattung für Werken, Malen und Verkleiden gut oder sehr gut. 87 Prozent loben die Sprachförderung und 84 Prozent bewerten die Möglichkeiten zum Austoben und Spielen im Außenbereich mit sehr gut und gut. Bei der Betreuung der unter Dreijährigen sind 94 Prozent der Eltern mit der Eingewöhnungszeit zufrieden – das Kind kann sich in eigenem Tempo und in Begleitung der Eltern einleben. Sieben von zehn Väter und Mütter glauben, dass sich die Erzieherinnen ausreichend Zeit zum Wickeln und Pflegen nehmen. In diesem Punkt schneiden die neuen Bundesländer allerdings deutlich schlechter ab.

Kaum Interesse an mehr freiem Spiel

Bei den Wünschen nach Zusatzangeboten stehen „Naturerlebnisse“ und „Instrumente spielen“ vor „Ausflügen in die Umgebung“ und „naturwissenschaftlichen Experimenten“. Der geringste Anteil der Eltern (etwa neun Prozent) wünscht sich für die Kinder mehr Zeit, um in Ruhe zu spielen. Dieses Ergebnis stimme laut nachdenklich, meinen die Autoren der Studie. Es zeige, wie viel mehr Gewicht Eltern auf das Thema Bildung im Vergleich zum wichtigen freien Spielen legten – was  sicher eine Folge der anhaltenden Bildungsdebatte sei.

Und noch etwas ist Eltern sehr wichtig: eine Qualitätskontrolle der Kitas. 98 Prozent wünschen sich eine regelmäßige Überprüfung – das eindeutigste Ergebnis der gesamten Umfrage.

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