Anzeige


Startseite ::: Nachrichten ::: Studie: Power Point bringt wenig

Studie: Power Point bringt wenig

ROSTOCK. Wenn heutzutage Vorträge gehalten werden, dann flimmern Zahlen und Fakten häufig nur so über die Leinwand. Dank der Power-Point-Präsentation wird das gesprochene Wort zum multimedialen Ereignis. Was das Auge erfreut, ist aber offenbar nicht immer gut fürs Denken.

Visuelle Eindrücke bleiben nicht immer haften. Foto: Walter-Wilhelm / Flickr (CC BY 2.0)

Visuelle Eindrücke bleiben nicht immer haften. Foto: Walter-Wilhelm / Flickr (CC BY 2.0)

Wissenschaftler der Universität Rostock unter Leitung von Wolfgang Nieke, Gründungsprofessor für den Fachbereich Allgemeine Pädagogik, haben jetzt herausgefunden, dass die so weit verbreitete Art, Vorträge zu untermalen, die schlechteste aller möglichen Präsentationsmethoden ist. Bei den Zuhörern bleibe im Vergleich zu anderen dabei am wenigsten im Gedächtnis hängen. Am besten – und da ist die Überraschung perfekt – schnitt bei der Rostocker Studie die „gute alte“ Präsentation mit Folie und Overhead-Projektor ab. Diese habe die beste Wirkung auf den Lerneffekt. Auf Platz zwei kommt der schlichte Vortrag.

Das Ergebnis der Studie, die Rostocker Studenten, sowohl Anhänger als auch Skeptiker von Power Point, über mehrere Jahre durchführten, ist auch für Prof. Nieke überraschend. Um sicher zu sein, hat er die Studie zweimal durchführen lassen. Das Ergebnis blieb dasselbe. Die Erkenntnisse sollen nun mit einer noch größeren Studie untermauert werden, bevor eine wissenschaftliche Veröffentlichung erfolgen wird. Bislang gibt es kaum Untersuchungen zum Lernerfolg mit Power Point. „Vorsicht also mit Power Point“, sagt Nieke. Er rät nun insbesondere an Universitäten und Gymnasien zum „sorgsamen Umgang mit Animations-Elementen bei Lehrveranstaltungen“. Vor dem Hintergrund, dass immer mehr an Wissen vermittelt wird, sollte auf überflüssige Elemente verzichtet werden. Nieke: „Dadurch wird die Aufmerksamkeit vom Inhalt auf die Form umgelenkt“.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*