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Dicke Bretter, Frau Merkel

Ein Kommentar von NINA BRAUN.

Die Bildungsjournalistin Nina Braun

Die Bildungsjournalistin Nina Braun

Eines muss man der Kanzlerin lassen: Sie müht sich, das Thema Bildung immer wieder in den Fokus zu rücken. Wenn Bundesbildungsministerin Annette Schavan innerhalb der CDU für einen bildungspolitischen Reformkurs wirbt – hin zu einem Zwei-Säulen-Modell –, dann tut sie das mit voller Sympathie der Kanzlerin. Schavan ist eine von Merkels engsten Vertrauten. Den beiden Realpolitikerinnen dürfte bewusst sein, wie dick die Bretter gerade in ihrer Partei sind, die es zu bohren gilt. Umso anerkennenswerter ist das Bemühen, sich der Bildung anzunehmen.

Nur: Es reicht nicht. Eine „Bildungsrepublik“ wird Deutschland erst dann, wenn CDU und CSU bereit sind, ihre Lebenslügen bei dem Thema zu beseitigen. Dazu gehört erstens der Glaube, das deutsche System des Aussortierens von Kindern habe irgendetwas mit Förderung zu tun. Dazu gehört zweitens das Postulat, der Bildungsförderalismus diene einem gesunden Wettbewerb der Bundesländer untereinander. Und dazu gehört drittens die Haltung, dass Bilden mehr wert sei als Erziehen, weshalb  Gymnasiallehrer und Professoren deutlich mehr verdienen als Kindergärtner und Grundschullehrer. Dicke Bretter, Frau Merkel.

Zum Bericht „Die Kanzlerin macht die Bildung – mal wieder – zur Chefsache“

Zum Bericht „Vor dem CDU-Parteitag zur Bildung: Merkel dämpft die Erwartungen“

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