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Eingangsgehälter von Lehrern in Deutschland sind spitze – aber…

BRÜSSEL. Deutschland gehört neben Spanien und Portugal zu den drei EU-Ländern, in denen die Eingangsgehälter von Lehrern über dem nationalen Pro-Kopf-Bruttoeinkommen liegen. Junglehrer verdienen hier also mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Nimmt man das Gehalt der Lehrerschaft insgesamt als Maßstab, sind Lehrer in Luxemburg, Dänemark und Österreich  die bestbezahltesten in der EU. Am wenigsten verdienen Lehrer in Bulgarien und Rumänien. Das steht in einem von der Europäischen Kommission veröffentlichten Bericht, der die Gehälter von Lehrern und Schulleitern in öffentlichen Schulen in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Türkei vergleicht.

Deutsche Lehrer verdienen am Anfang mehr als ihre europäischen Kollegen (Foto: Wolfra/Flickr CC BY-NC 2.0)

Deutsche Lehrer verdienen am Anfang mehr als ihre europäischen Kollegen (Foto: Wolfra/Flickr CC BY-NC 2.0)

Zum Vergleich: In Deutschland hat ein Lehrer die Möglichkeit, je nach Schulform, Alter und Zulagen, zwischen 38 000 und 64 000 Euro zu verdienen. In Luxemburg fangen Lehrer bei dieser Summe erst an. Die Verdienstmöglichkeiten in dem kleinen Staat liegen zwischen 64 000 Euro und rund 126 000 Euro. Soviel bekommt dagegen ein rumänischer Kollege in etwa 15 Berufsjahren. In dem Karpatenstaat in Osteuropa verdienen Lehrer zwischen 2700 und 8500 Euro. Insgesamt sechs Millionen Lehrer sind derzeit in den EU-Mitgliedstaaten beschäftigt.

Liegen die deutschen Lehrer mit ihren Gehältern im oberen europäischen Durchschnitt, stehen Deutschland, Spanien und Portugal bei den Einstiegsgehältern an der Spitze. In den meisten anderen Ländern liege dagegen das Einstiegsgehalt unterhalb des nationalen Pro-Kopf-Einkommens,  stellt die Europäische Kommission fest.

Abgesehen davon lägen aber die aktuellen Durchschnittseinkommen von Lehrern in den meisten Ländern nahe an der vorgesehenen Höchstbezahlung. In Dänemark verdient ein Lehrer aktuell durchschnittlich fast 62 000 Euro, in Griechenland fast 23 000 Euro und in Finnland fast 45 000 Euro. Das liege an dem hohen Alter der Lehrerschaft und den Zulagen, die für Lehrer vorgesehen sind, so der Bericht.

In Deutschland große Unterschiede innerhalb der Lehrerschaft

Insgesamt verdienen deutsche Lehrer mehr als im europäischen Durchschnitt und zu Beginn des Berufslebens sogar mit am meisten. Deutsche Experten sehen das Problem der Lehrerbesoldung in Deutschland dann auch nicht in der durchschnittlichen Einkommenshöhe, sondern in den unterschiedlichen Vergütungen innerhalb der Lehrerschaft. Der Dortmunder Schulforscher Ernst Rösner sagte etwa der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung” (WAZ) zu der vergleichsweise schlechten Bezahlung der Grundschullehrer: „Ausgerechnet sie, die ja die Grundlagen schaffen für Bildungserfolg, verdienen weniger als ihre Kollegen in den Sekundarstufen.“ Hier setzt auch die Kritik von Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), an. Er sieht ein soziales Gefälle zwischen den Schulformen. Kürzlich hatte der VBE mit einem Gutachten gegen die Einkommensunterschiede mobil gemacht und gleichen Lohn für alle Lehrer gefordert, egal ob sie am Gymnasium, an der Realschule oder an der Grundschule unterrichten, egal ob sie Angestellte oder Beamte sind.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht die deutschen Lehrergehälter keineswegs als zu hoch an. „In der Wirtschaft bekommt ein Physiker erheblich mehr Gehalt als jemand, der sich nach fünf Jahren Physik-Studium als Lehrer betätigt. Es müssen doch die richtigen Relationen her“, sagte der Hamburger GEW-Chef Klaus Bullan der “Hamburger Morgenpost”. Der öffentliche Dienst liege keineswegs in der Einkommensspitze, sondern im Mittelfeld, sagte Bullan weiter. Lehrer hätten ein langjähriges Studium und das Referendariat hinter sich gebracht. Das müsse anerkannt werden in der Bezahlung. Zudem werde es in naturwissenschaftlichen Fächern immer schwieriger, ausreichend Lehrkräfte zu bekommen – in der Wirtschaft werde mehr gezahlt, so Bullan: „Es geht nun mal auch darum, für Nachwuchs zu sorgen.“

Der frühere SPD-Bildungsminister Klaus von Dohnanyi hatte unlängst gefordert, Lehrergehälter in Deutschland zu kürzen, um mit dem eingesparten Geld mehr in die Schulen investieren zu können. (nin)

Ein Kommentar

  1. Das ist ein Skandal— Lehrergehälter sollten um die Hälfte gekürzt werden!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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