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Experten fordern einen Bildungsrat für Deutschland

BERLIN. Schluss mit der schulpolitischen Kleinstaaterei: Namhafte Bildungsexperten um Prof. Jürgen Baumert, den emeretierten Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, haben einen Nationalen Bildungsrat gefordert.

Ein nationaler Bildungsrat soll eine Grundstruktur des Schulsystems in Deutschland definieren. Foto: Will Palmer / Flickr (CC BY 2.0)

Ein nationaler Bildungsrat soll eine Grundstruktur des Schulsystems in Deutschland definieren. Foto: Will Palmer / Flickr (CC BY 2.0)

Dieser Bildungsrat soll ähnlich aufgestellt sein wie der Wissenschaftsrat, in dem Fachleute gemeinsam mit Bundes- und Landespolitikern inhaltliche Themen und Strukturfragen der Hochschul- und Forschungspolitik bearbeiten. Der Wissenschaftsrat arbeite sehr erfolgreich, meinen die Experten, die auf Einladung der Robert-Bosch-Stiftung zusammengekommen waren. Die Runde, darunter auch der scheidende Generalsekretär der Kultusministerkonferenz, Prof. Erich Thies, der Bildungsforscher Prof. Jürgen Oelkers und der Berliner Bildungssenator Prof. Jürgen Zöllner, waren sich einig, dass ein Bildungsrat dazu beitragen könnte, wichtige Reformen des deutschen Bildungssystems voranzubringen. Beispielhaft nannten die Experten eine Reihe von Themen, zu denen der Bildungsrat wichtige Impulse geben könnte: etwa die Verbesserung der Lehrerbildung, die Qualitätssicherung in Schulen, die Definition einer Grundstruktur des Schulsystems für alle Bundesländer und die regelmäßige Vorlage eines Bildungsberichts.

Die direkte Zusammenarbeit von Fachleuten und Politik in einem Nationalen Bildungsrat wäre nach Meinung der Experten ein geeigneter Weg, für diese Themen fundierte und umsetzbare Empfehlungen zu entwickeln, die eine hohe politische Durchsetzungsfähigkeit haben. Der Bildungsrat könnte gemeinsame Entscheidungen der Bundesländer sinnvoll vorbereiten helfen und einen nationalen Konsens und Akzeptanz in der Bevölkerung fördern. Für die Zusammensetzung des Gremiums empfehlen die Experten das Zweikammersystem, das sich beim Wissenschaftsrat bewährt hat. In der einen Kammer sitzen die Vertreter des Bundes und der Länder, in der anderen Kammer die Experten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Ähnlich wie beim Wissenschaftsrat sollte die Berufung der wissenschaftlichen Mitglieder des Bildungsrats und der Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens durch den Bundespräsidenten erfolgen. (red)

 

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