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Immer mehr Jugendliche spielen um Geld

MAINZ. Eine wachsende Zahl von Minderjährigen spielt offenbar dem Jugendschutz unterliegende Glücksspiele. Dies legt eine aktuelle Studie der Ambulanz für Spielsucht der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz nahe, in deren Rahmen rund 4.000 Schüler in Rheinland-Pfalz befragt worden waren.

Pokern - auch im Internet - ist unter Jugendlichen beliebt. Foto:

Pokern - auch im Internet - ist unter Jugendlichen beliebt. Foto: John Morgan / Flickr (CC BY 2.0)

Danach gaben 41,2 Prozent der befragten 12- bis 18-Jährigen an, im vergangenen Jahr Glücksspiele gespielt zu haben. Als häufigstes Motiv für die Nutzung wurde mit 46,8 Prozent die Hoffnung auf Geldgewinne genannt, was den Autoren der Studie zufolge gegen einen reinen Unterhaltungsaspekt der genutzten Glücksspielangebote spricht. Unter den Minderjährigen – also den 12- bis 17-Jährigen – wurden immerhin 1,9 Prozent als problematische und 3,6 Prozent als gefährdete Glücksspieler klassifiziert. Hochrechnungen ergeben damit eine Schätzung von rund 5.000 problematischen und mehr als 9.000 gefährdeten minderjährigen Spielern allein in Rheinland-Pfalz. Im Vergleich zu einer Vorgängerstudie von 2003 spielten in den vergangenen zwölf Monaten doppelt so viele Jugendliche an Geldspielautomaten.

„Es zeigte sich, dass ein Großteil der 12- bis 18-Jährigen – also 64,3 Prozent – mindestens einmal im Leben Glücksspielangebote genutzt hat“, erläuterte Psychologe Sebastian Giralt, einer der Autoren.  Jugendliche spielten bevorzugt in Gaststätten, Spielhallen und im Internet und umgingen damit die gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen. „Unsere Daten zeigen sehr deutlich die Gefährdung minderjähriger Jugendlicher durch Glücksspielangebote“, erläuterte Prof. Dr. Manfred Beutel, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin der Universitätsmedizin. Die Studie wurde im Auftrag des rheinland-pfälzischen Sozialministeriums durchgeführt.

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