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Naturwissenschaften: Das sind die beiden Lehrer des Jahres

OLDENBURG. Dr. Dahlia Fischer vom Carl-Benz-Gymnasium im baden-württenbergischen Ladenburg und Dr. Friedrich Lütke Twenhöven von der Hermann-Tast-Schule in Husum (Schleswig-Holstein) sind „Lehrer des Jahres für naturwissenschaftliche Fächer“. Die beiden Gymnasiallehrer sind in Oldenburg mit dem jeweils 10.000 Euro dotierten Klaus-von-Klitzing-Preis 2011 geehrt worden, den die Universität und die EWE Stiftung vergeben.

Der Namensgeber des Preises, der Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Klaus von Klitzing, überreichte die Auszeichnungen persönlich. Mit Fischer und Lütke Twenhöven seien zwei Lehrkräfte ausgewählt worden, die sich mit größter Selbstverständlichkeit auch in ihrer Freizeit dafür einsetzten, Schülerinnen und Schüler für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Beiden liege insbesondere die Förderung des Teamgeists und der selbstständigen Arbeit am Herzen. Die Erfolge in zahlreichen Schülerwettbewerben belegten eindrucksvoll die hohe Qualität der Unterrichtskonzepte beider Lehrer, erklärte von Klitzing, der auch Mitglied der Jury ist. Insgesamt lagen 35 Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet vor.

Naturwissenschafts-Lehrer des Jahres: Friedrich Lütke Twenhöven aus Husum und Dahlia Fischer aus Ladenburg wurden ausgezeichnet. Foto: Universität Oldenburg

Naturwissenschafts-Lehrer des Jahres: Friedrich Lütke Twenhöven aus Husum und Dahlia Fischer aus Ladenburg wurden ausgezeichnet. Foto: Universität Oldenburg

Dahlia Fischer unterrichtet die Fächer Chemie, Physik, Naturwissenschaft und Technik sowie Naturphänomene. Bereits während ihres Referendariats initiierte und betreute sie der Jury zufolge naturwissenschaftliche Schülerforschungsprojekte außerhalb der regulären Schulzeiten. Dafür nutze sie auch ihre Erfahrungen in der universitären Forschung, die sie vor ihrer Lehrtätigkeit in Heidelberg, Oxford und Karlsruhe sammelte. Fischers Schülerinnen und Schüler nehmen regelmäßig und erfolgreich an Wettbewerben teil, dazu gehören der Bundeswettbewerb „Exciting Physics“, der Regionalwettbewerb „Explore Science“ der Klaus Tschira Stiftung sowie „Schüler experimentieren“ und „Jugend forscht“. Die Teilnehmerzahl hat sich den Angaben zufolge unter Fischers Regie deutlich erhöht. “Ihr Ziel ist es, die natürliche Begeisterung von Kindern für Alltagsphänomene zu fördern und in den Unterricht einzubinden. Die Schärfung der Beobachtungsgabe und die anschließende Analyse und Interpretation des Beobachteten sollen dafür sorgen, dass die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Interessensgebiete finden”, heißt es. Jährlich profitierten bis zu 130 Jugendliche von Fischers Arbeitsgruppen und ihrer Betreuung – auch an den Wochenenden und in den Ferien. Für die Verbindung schulischer und universitärer Forschungsaktivitäten engagiere sich Fischer ebenso wie für die Sponsorenakquise zur Projektfinanzierung. Die „freie Forschungstätigkeit“ als Lernmethode und festen Bestandteil des Lehrplans zu etablieren – dieses Ziel habe sich Fischer für die Zukunft gesetzt.

Friedrich Lütke Twenhöven unterrichtet die Fächer Biologie und Chemie. Er motiviert der Laudatio zufolge seine Schülerinnen und Schüler durch experimentellen Unterricht und setzt sich dafür ein, ihnen ein breit gefächertes Angebot an naturwissenschaftlichen Aktivitäten zu bieten. Er habe eine „Nawi-AG“ für alle Schulstufen gegründet und – gemeinsam mit einem Kollegen – eine Schüler-Technik-Akademie. “Dem begeisterten Biologen ist es wichtig, Zugänge und Anlässe zu schaffen, um die Umwelt wahrnehmen und Interesse entwickeln zu können. Seit Jahrzehnten initiiert und betreut er zahlreiche ‘Jugend-forscht’-Projekte, häufig kehren seine Schüler als Sieger zurück”, heißt es. Ein besonderes Anliegen Lütke Twenhövens sei es gewesen, das Fach „Forschen und Technik“ als Wahlpflichtfach in der Mittelstufe einzuführen. “Auch dank seines Engagements sind die Naturwissenschaften an seiner Schule ein Markenkern des Schulprofils geworden. Mehr als 200 Schülerinnen und Schüler begeistern sich jährlich für Lütke Twenhövens Angebote. Dabei ist es gelungen, gleichermaßen Jungen und Mädchen anzusprechen. Besonders am Herzen liegen dem Biologen Schülerinnen und Schüler, die es im Schulalltag schwer haben. Ihre Talente zu entdecken und zu fördern ist ihm ein besonderes Anliegen. Von der Politik wünscht sich der Lehrer kleinere Klassen und mehr Freiraum im Stundenplan für selbstbestimmtes, interessengeleitetes Lernen, Forschen und Entdecken”, so die  Begründung für die Ehrung.

Klaus von Klitzing, der die ersten Jahre seiner Schulzeit in Oldenburg verbrachte, ist unter anderem Direktor am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart und Mitglied des Internationalen Solvay Instituts. 1980 entdeckte er einen neuen Quanteneffekt und erhielt 1985 den Nobelpreis für Physik. Die nach ihm benannte von-Klitzing-Konstante beeinflusste wesentlich die moderne Halbleiterentwicklung und die Präzisionsmesstechnik. 2006 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Oldenburg verliehen. (pm)

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