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Untätig bei Missbrauch? Grüne greifen Althusmann an

HANNOVER. Im Zusammenhang mit einem Missbrauchsfall an einer niedersächsischen Schule hat die schulpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Grünen, Ina Korter, dem Kultusministerium und der Landesschulbehörde vorgeworfen, nicht angemessen reagiert zu haben.

Im Fall der mittlerweile verurteilten Lehrkraft sei nun klar, dass sie nach der Anzeige im April 2010 noch bis Mai 2011 an der Schule tätig war, obwohl die Landesschulbehörde seit September 2010 und das Ministerium seit Anfang Dezember 2010 Kenntnis von der Strafanzeige hatten. „Statt die Hinweise und die Anzeige ernst zu nehmen, haben die verantwortlichen Vertreter des Landes einfach abgewartet“, sagte die Grünen-Politikerin in Hannover. Sie meint: „Kultusminister Althusmann hätte sofort handeln müssen!“

In der Kritik: Kultusminister Bernd Althusmann (CDU). Foto: Torsten Bätge / Wikimedia Commons (CC-BY-2.5)

In der Kritik: Kultusminister Bernd Althusmann (CDU). Foto: Torsten Bätge / Wikimedia Commons (CC-BY-2.5)

Ein ehemaliger Grundschullehrer war in der Vorwoche wegen sexuellen Missbrauchs vor dem Amtsgericht Hannover zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Dem 57-Jährigen wurde vorgeworfen, Anfang der 90er Jahre zwei damals sieben- beziehungsweise achtjährige Schülerinnen während des Unterrichts mit sexueller Motivation auf den Schoß genommen und am Oberkörper gestreichelt und gekniffen zu haben. Die Opfer waren erst knapp 20 Jahre nach den Taten zur Polizei gegangen.

Seit 2008 gab es in Niedersachsen insgesamt 18 Disziplinarverfahren gegen Lehrer, denen  sexuell motiviertes  Fehlverhalten oder Überschreitung der gebotenen Distanz vorgeworfen wurde. In drei Fällen wurden Lehrer wegen sexuell motivierten Fehlverhaltens verurteilt. Dies geht aus der Antwort des niedersächsischen Kultusministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Politikerin Korter hervor.

 

 

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