Musizieren macht Kinder nicht klüger, aber sozialer

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HAMBURG. Wenn Kinder musizieren, macht sie das nicht schlauer. Das sagte Heiner Gembris, Professor für psychologische Musikpädagogik an der Universität Paderborn gegenüber der Zeitschrift „Eltern Family“. „Alle aktuellen Forschungsergebnisse zeigen, dass der positive Effekt von Musik auf die Intelligenz ein Märchen ist.“ Musiker seien im Allgemeinen nicht intelligenter als andere Menschen, so der Wissenschaftler.

Freude am Musizieren ist wichtiger als Leistung; Foto: RainerSturm / pixelio.de
Freude am Musizieren ist wichtiger als Leistung; Foto: RainerSturm / pixelio.de

Das bedeutet aber nicht, dass es keine positiven Auswirkungen auf Kinder hat, wenn diese ein Musikinstrument erlernen. Laut dem Experten bietet Musik die Möglichkeit, Gefühle auszudrücken und mit anderen gemeinsam zu spielen. Gembris: „Musik ist immer eine soziale Sache. Man lernt, aufeinander zu hören, den anderen wahrzunehmen. Wer im Ensemble spielt, egal ob Streichquartett oder Rockband, schafft mit anderen etwas, das er allein nie könnte.“ Man habe gemeinsam Erfolg und Spaß und dies sei ein riesengroßer Gewinn.

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Wenn Kinder schon im Alter von drei Jahren Interesse haben, ein Musikinstrument zu lernen, es ein passendes Instrument für die kleinen Hände gibt und ein guter Lehrer gefunden wird, spricht dem Gembris zufolge nichts entgegen. Der Großteil der professionellen Musiker hätte aber häufig erst mit sechs Jahren angefangen zu musizieren. „Natürlich kann man auch später starten – dann werden die Leistungen allerdings nie so hoch sein“, erklärt der Fachmann. Allerdings gehe es ja nicht vordergründig um Leistung, sondern viel mehr um die Freude am Musizieren. „Wenn das Üben nur noch in Druck ausartet, sollte man es lieber lassen“, warnt Gembris, „denn Zwang zur Musik ist ungesund.” (kö)

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