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Septemberkinder haben es leichter

LONDON. Kinder, die später eingeschult werden, haben es in der Schule leichter, fanden jetzt Wissenschaftler aus Großbritannien heraus. Sie schneiden in Tests besser ab, Lehrer beurteilen sie besser und die Wahrscheinlichkeit, eine sogenannte Top-Universität zu besuchen, ist größer.

Den Unterschied verursacht, zumindest in Großbritannien, der Monat September. Septemberkinder kommen nämlich ein Jahr später in die Schule als Augustkinder. Stichtag für die Einschulung in Großbritannien ist der 31. August.

Der Zeitpunkt der Einschulung kann den Bildungsweg prägen (Foto: Dirk Ziegener/Flickr CC BY-NC 2.0)

Der Zeitpunkt der Einschulung kann den Bildungsweg prägen (Foto: Dirk Ziegener/Flickr CC BY-NC 2.0)

Laut der Untersuchung „Does when you are born matter?“ sind Augustkinder, statistisch gesehen, schlechter in der Schule. Lehrer schätzten Siebenjährige bis zu dreieinhalb Mal häufiger als „unter dem Klassendurchschnitt“ ein als die Septemberkinder in der Klasse. In diesem Alter ist es doppelt so wahrscheinlich, dass sie Opfer von Mobbing werden. Augustkinder berichten zudem zweieinhalb Mal so häufig wie Septemberkinder davon, dass sie in der Schule unglücklich sind. Der Zeitpunkt der Einschulung beeinflusst das weitere Leben selbst noch bis zum Eintritt in die Universität. Im Alter von 19 Jahren gehen sechs Prozent der Augustkinder auf eine der sogenannten Top-Universitäten. Von den Septemberkindern sind es acht Prozent. Die einzig gute Nachricht für Augustkinder: Die Unterschiede wachsen sich im Laufe des Lebens heraus.

Der Zeitpunkt der Einschulung kann demnach die Bildungskarriere enorm beeinflussen, und das unabhängig von der sozialen und ökonomischen Schicht. Gründe dafür könnten unter anderen die folgenden sein:

  • Das Alter bei der Einschulung. August-Kinder werden früher eingeschult als Septemberkinder.
  • Das Alter bei den Tests. Augustkinder sind die jüngsten in der Klasse.
  • Das relative Alter. August-Geborene könnten deshalb schlechtere Leistungen bringen, weil sie im Verhältnis zu ihren Mitschülern jünger sind.

Für die Studie haben die Wissenschaftler Daten von im August und September geborenen aus anderen Studien ausgewertet. Der Millenium Cohorty Study, der Avon Longitudinal Study of Parents and Children, die Longitudinal Study of young people in England und die staatlichen Lernstandserhebungen. Die Analyse wurde durchgeführt von Ökonomen des Instituts for Fiscal Studies und finanziert von der Nuffield-Stiftung. (nin)

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