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Streit um die Ausbildung: Schavan gegen die KMK

BERLIN. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die berufliche Bildung mehr anzuerkennen – und hat sich damit ausdrücklich gegen die Kultusministerkonferenz (KMK) in Stellung gebracht.

Möchte mehr Anerkennung für die Berufsausbildung: Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Foto: Andreas Schepers / Flickr (CC BY 2.0)

Möchte mehr Anerkennung für die Berufsausbildung: Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Foto: Andreas Schepers / Flickr (CC BY 2.0)

Die KMK hatte nämlich unlängst die meisten Berufsabschlüsse niedriger eingestuft als das Abitur, was Schavan in einem Interview mit der „Berliner Zeitung am Sonntag“ ausdrücklich ablehnte.  Hintergrund ist ein neuer „Europäischer Qualitätsrahmen“, der Qualifikationsstufen ausweisen soll. „Wir arbeiten an einem System, das die Kompetenz von Menschen europaweit vergleichbar macht. Es soll Stufen geben von 1 (ohne Schulabschluss) bis 8 (Promotion). Ich setze mich dafür ein, dass die dreijährige Berufsausbildung – etwa zum Mechatroniker, Optiker oder zu den Gesundheitsberufen – auf die gleiche Stufe kommt wie das Abitur“, erklärte  Schavan. Die KMK habe dies aber gerade abgelehnt.

„Ich hoffe, dass wir auch die Kultusminister der Länder noch für die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung gewinnen werden. Ich möchte, dass 2012 diese Kompetenzstufen auf jedem Zeugnis stehen – ob Schule, Uni oder Lehre“, erklärte die Bundesbildungsministerin. „Das fördert Mobilität und Durchlässigkeit in Europa. Und es wird in den Köpfen etwas verändern.“ Die Zahl der Akademiker sei nämlich nicht der einzige Hinweis auf die Leistungsfähigkeit eines Bildungssystems. „Die Zahl der Meister zum Beispiel ist genauso ein Hinweis. Die gründen Unternehmen, die bilden aus, schaffen Arbeitsplätze. Vieles, was in anderen Ländern an den Hochschulen passiert, passiert hier in der beruflichen Bildung. Sie ist Flaggschiff, braucht allerdings noch mehr Wertschätzung“, sagte Schavan der Zeitung.

 

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