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NRW führt islamischen Religionsunterricht ein

DÜSSELDORF. Die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) vermeldet einen Durchbruch nach über 20 Jahren Bemühungen: In NRW wird ab dem Schuljahr 2012/2013 ein bekenntnisorientierter islamischer Religionsunterricht eingeführt.

Sylvia Löhrmann

"Wesentlicher Schritt hin zu mehr Teilhabe": Sylvia Löhrmann. Grüne NRW / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Der Unterricht werde in deutscher Sprache erteilt, stehe unter deutscher Schulaufsicht und werde mit in Deutschland ausgebildeten Lehrkräften schrittweise eingeführt, teilte das Ministerium mit.  Am kommenden Mittwoch steht die zweite Lesung eines Gesetzentwurfs an, mit dem die Voraussetzungen für den islamischen Religionsunterricht geschaffen werden. Das bisherige Problem:  Die Inhalte des Religionsunterrichts legt eine staatlich anerkannte Glaubensgemeinschaft fest – im Falle des christlichen Religionsunterrichts die Katholische und die Evangelische Kirche. Eine solche Institution gibt es jedoch auf muslimischer Seite nicht. Jetzt soll ein Beirat, in den die muslimischen Verbände Vertreter entsenden, die religiösen Grundsätze der Muslime gegenüber dem Land formulieren und bei der Einrichtung und Durchführung des Religionsunterrichts mitwirken. „Muslimische Schülerinnen und Schüler sollen in Zukunft ihren Religionsunterricht besuchen können, genauso wie katholische, evangelische oder orthodoxe Christen in ihren Religionsunterricht gehen“, erklärte Löhrmann. „Der islamische Religionsunterricht ist ein wesentlicher Schritt hin zu mehr Teilhabe und Gleichberechtigung.“

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