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Streit um Behinderte bei Konfirmation

BRUCKBERG. Fünf Elternpaare in der mittelfränkischen Gemeinde Bruckberg weigern sich, ihre Kinder gemeinsam mit behinderten Kindern konfirmieren zu lassen.

Wie die „Münchener Abendzeitung“ berichtet, hatte der evangelische Pfarrer die Konfirmation mit sieben Nichtbehinderten und acht Behinderten geplant. Fünf Elternpaare hatten dem Pfarrer zufolge daraufhin Bedenken, dass der Gottesdienst „zu unruhig werden könne“, vielleicht Kinder aufstehen oder „sich lautstark bemerkbar machen“.

Die Eltern hätten sich gefragt, ob „das Niveau passt“, sagte der Pfarrer dem Bayerischen Rundfunk. Eine gemeinsame Konfirmation sei aber eigentlich in Bruckberg gang und gäbe, berichtet die Abendzeitung. Die Behindertenbeauftragte der bayerischen Staatsregierung Irmgard Badura findet deshalb diesen Fall besonders traurig. Sie sei erschüttert, dass gerade im Vorfeld eines kirchlichen Festes so etwas eskaliere, sagte sie dem Münchener Blatt.

Im Ort wird die Sache zurzeit heiß und empört diskutiert. Jetzt soll ein Mediator zwischen den Parteien vermitteln. (nin)

Ein Kommentar

  1. Ja, das ist sehr gut, wenn ein Mediator sich hier einschaltet, das Thema ist doch schwierig, oftmals einfach mit Vorurteilen belastet. Ich weiß von Reisegruppen, die sich über diese besonderen Menschen mit Handicaps in einem Freizeitbad sehr aufgeregt hatten und ihr Eintrittsgeld zurück erstattet haben wollten, weil sie sich belästigt fühlten. Das ist für die Eltern und die Betreuer dieser Menschen sehr unverständlich und kränken, wollen sie doch ein Stück weit Normalität und Akzeptanz erleben und mit ihren Bedürfnissen nicht immer am Rande stehen. Es gibt eben zwei Seiten. Ich denke, dass auch mehr Informationen und Begegnungen z.B. in den Schulen passieren sollte, um Berührungsängste und Scham abzubauen. So kann eine Gesellschaft des Miteinanders und des Verständnisses füreinander entstehen.

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