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Baden-Württemberg will weniger Turboabitur

STUTTGART. Baden-Württembergs Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD) will zumindest teilweise zurück zum neunjährigen Gymnasium (G9). In den kommenden beiden Schuljahren starten neunjährige Züge an jeweils 22 allgemein bildenden Gymnasien.

Für die Teilnahme an der ersten Staffel der Modellschulen können Schulträger bis zum 1. März 2012 Anträge stellen. „Viele Eltern sind mit dem achtjährigen Gymnasium sehr zufrieden, nicht wenige klagen aber über eine zu starke Verdichtung der Lerninhalte am Gymnasium. Sie möchten, dass ihre Kinder auch an allgemein bildenden Gymnasien in neun Jahren zum Abitur kommen können“, sagte Warminski-Leitheußer. Gleichzeitig soll das achtjährige Gymnasium (G8) verbessert werden.

Baden-Württenbergs Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer will G8 und G9 nebeneinander ausprobieren. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

Baden-Württenbergs Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer will G8 und G9 nebeneinander laufen lassen. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

Die 44 Modellschulen können unter verschiedenen Varianten wählen, an welcher Stelle sie zwischen den Klassen 5 bis 11 mehr Zeit haben wollen. Die neuen neunjährigen Züge seien eine Weiterentwicklung und keine Rückkehr zum früheren neunjährigen Gymnasium, sagte die Ministerin. Der Schulversuch solle zeigen, ob G8 und G9 sich unterschiedlich auf den Schul- und Lernerfolg auswirken und wie die Schüler sowie die Eltern ein solches Alternativangebot bewerten. Bei der Auswahl der 44 Modellschulen werde das Ministerium auf eine ausgewogene regionale Verteilung achten. Da unterschiedliche Varianten für den neunjährigen Weg zum Abitur erprobt werden, sollen die teilnehmenden Schulen außerdem ein breites Spektrum an Konzepten abbilden.

Die Diskussion um das achtjährige Gymnasium, das sogenannte Turboabitur, war nach seiner Einführung 2004 sehr erhitzt geführt worden. Mittlerweile hat sich die Debatte beruhigt und die Länder gehen unterschiedlich mit den Folgen um. Ein ähnlicher Versuch wie in Baden-Württemberg läuft bereits in Nordrhein-Westfalen. Die Nachfrage danach hält sich aber bisher in Grenzen. 11 Schulen erproben seit dem Schuljahr 2011/2012 ebenfalls ein neu konzipiertes G9-Modell. Drei weitere Schulen bieten sowohl G9 als auch G8 an. In Niedersachsen ist gerade ein Volksbegehren gegen G8 gescheitert. (nin)

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