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Exzessives Mobbing gegen Kinder und Jugendliche bald strafbar?

BERLIN. Die Nichtregierungsorganisation „naiin“ (no abuse in internet), die sich weltweit gegen Online-Kriminalität eingesetzt, fordert exzessives Mobbing gegen Kinder und Jugendliche als besondere Form der psychischen Gewaltausübung unter Strafe zu stellen. Das geht aus einem Schreiben von „naiin“ an alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages sowie an die zuständigen Bundesminister hervor.

Zahlreiche Kinder und Jugendliche leiden unter Mobbing; Foto: Biscarotte / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Zahlreiche Kinder und Jugendliche leiden unter Mobbing; Foto: Biscarotte / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Nach Angaben von „naiin“ werden täglich Zigtausende Kinder und Jugendliche in fast jeder Schule in Deutschland erniedrigt, gepeinigt und psychisch gequält. Laut Studien sind bereits zwischen 15 und 30 Prozent der Schüler betroffen, heißt es. Im Internet setze sich das Mobbing zudem außerhalb der Schulzeit sowie in den Ferien fort. Die Folgen exzessiven Mobbings seien für die jungen Opfer teils sehr gravierend und hätten Auswirkungen auf ihr gesamtes Leben: So entwickelten junge Mobbing-Opfer Selbstmordgedanken, würden sich selbst Verletzungen zufügen oder sogar Suizidversuche unternehmen.

Laut dem ersten Vorsitzenden von „naiin“, Dennis Grabowski, ist exzessives Mobbing keine einfache Beleidigung, Verleumdung oder Körperverletzung, sondern es ist destruktiv, schadet der Gesellschaft und ist eine Bedrohung für das gesundheitliche Wohlergehen vieler Kinder und Jugendlicher. Grabowski: „Exzessives Mobbing ist eine besondere Form psychischer Gewaltausübung, als solche folgenschwer und demnach explizit unter Strafe zu stellen.“ Die Organisation verlangt zudem, dass der Gesetzgeber das sogenannte Bullicide unter Strafe stellt. Hierbei werden Minderjährige mit der Intention gemobbt, sie in den Suizid zu treiben.

Grabowski sagte, dass allein die Schwere der Folgen, die exzessives Mobbing häufig nach sich zöge, ein Grund sei, es als einen eigenständigen Straftatbestand in den Straftatenkatalog aufzunehmen. „naiin“ erhofft sich nach eigenen Angaben klare Signale in die Gesellschaft, auf Täter soll eine mögliche Bestrafung abschreckend wirken, Schulen und Lehrkräfte sollen dadurch besonders zur Wachsamkeit angeregt und Opfer unterstützt werden. Allerdings sei die Einführung eines entsprechenden Straftatbestandes nur ein erster Schritt, dem viele weitere folgen müssten, heißt es. (kö)

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