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Entwicklungspolitik: Niebel rückt Bildung in den Mittelpunkt

BERLIN. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hat eine neue Strategie vorgestellt, mit der Deutschland seinen Beitrag zur Bekämpfung der weltweiten Armut leisten will. Dabei gilt Bildung als Schlüssel. Kritik kommt von der Globalen Bildungskampagne, einem Bündnis von zehn deutschen Hilfsorganisationen.

"Bildung ist ein strategischer Schlüssel für Entwicklung": Minister Dirk Niebel (FDP). Janwikifoto / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

"Bildung ist ein strategischer Schlüssel für Entwicklung": Minister Dirk Niebel (FDP). Janwikifoto / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

„Bildung ist ein strategischer Schlüssel für Entwicklung“, so heißt es in dem Strategiepapier des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). „Wir werden Bildung, von der frühkindlichen Bildung über Primar- und Sekundarbildung und berufliche Bildung bis hin zur Hochschul- und Erwachsenenbildung, als Schlüsselbereich der deutschen Entwicklungspolitik verankern.“ Das BMZ habe ein eigenes Bildungsreferat mit zusätzlichem Personal eingerichtet.

In vielen armen Ländern sei die Infrastruktur von Bildungseinrichtungen sowie deren Ausstattung desolat. Problematisch sei auch die zu geringe Entlohnung von Lehrkräften, große Klassenstärken sowie fehlende Fort- und Weiterbildungsangebote. Weitere Schwachpunkte seien ineffektive Verwaltungen oder veraltete Curricula. Weltweit besuchten mehr als 67 Millionen Kinder keine Schule, die meisten davon Mädchen. Fast die Hälfte dieser Kinder lebe in Afrika. Weltweit gebe es fast 800 Millionen Analphabeten – und diese Menschen seien in ihrer persönlichen Entwicklung und ihren gesellschaftlichen Mitbestimmungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. „Bildung ist notwendige Voraussetzung für Demokratie und gute Regierungsführung genauso wie für wirtschaftliche Entwicklung“, sagt Niebel  und verspricht: „Wir werden die bilateralen staatlichen Mittel, die wir für Bildung ausgeben, weltweit erhöhen. Für den Chancenkontinent Afrika werden wir sie bis 2013 sogar auf 137 Millionen Euro aufstocken, das ist gegenüber 2009 eine Verdopplung.“

Kritiker: Finanzierung ist unklar

Bei den Finanzen setzt die Kritik der Globalen Bildungskampagne an, der unter anderem CARE Deutschland, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die Kindernothilfe, Oxfam Deutschland, UNICEF Deutschland und die Deutsche Welthungerhilfe angehören. „Herr Niebel muss in den kommenden Monaten noch beweisen, ob es bei öffentlichkeitswirksamen Ankündigungen bleibt, oder ob das BMZ seine Anstrengungen wirklich signifikant erhöht, um bis 2013 Millionen von Kindern das Recht auf gebührenfreie und gute Grundbildung zu ermöglichen“, sagt Maren Jesaitis, Koordinatorin der Globalen Bildungskampagne Deutschland. Unklar sei, wie die Strategie finanziert werden soll. Der BMZ-Etat für 2013 werde vermutlich um 581 Millionen Euro schrumpfen. Die Mittelerhöhungen für Bildung dürften aber auf keinen Fall zulasten anderer wichtiger Bereiche wie Gesundheitsfürsorge oder ländliche Entwicklung gehen.

Die Globale Bildungskampagne kritisiert zudem, dass die Bildungsstrategie nicht ambitioniert genug sei. Zwar betone das BMZ in der Strategie die Notwendigkeit, Chancengleichheit für Mädchen und Jungen zu gewährleisten. Die Qualität von Bildung fände jedoch zu wenig Beachtung. Die Förderung von Lehrkräften sei nicht als eigenständiges Ziel berücksichtigt. NINA BRAUN

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