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Lehrerverbände lehnen Rankings von Schulen ab

ZÜRICH. Die drei Lehrerverbände VBE (Deutschland), GÖD (Österreich) und LCH (Schweiz) halten obligatorische flächendeckende Schultests für nicht zielführend. Dies ist das Ergebnis eines Treffens der Verbandsspitzen in Zürich, das in einer sogenannten „Züricher Erklärung“ beschrieben wurde.

Leistungstests, die zu einem bestimmten Zeitpunkt an sämtlichen Schulen durchgeführt werden, führen aus Sicht von VBE, GÖD und LCH in der Regel zu einem fruchtlosen Wettbewerb und überflüssigen Rankings zwischen den Schulen oder möglicherweise sogar zwischen Klassen einzelner Schulen. Nach Meinung der Verbände werden mit solchen Rankings insbesondere Schulen aus sozial benachteiligten Regionen und Stadtteilen öffentlich abgestraft und demotiviert.

„Leistungstests machen dann Sinn“, meinte Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), „wenn sie der individuellen Förderung dienen. Um aussagekräftige Impulse für die Schulentwicklung zu bekommen, genügen Stichproben an einzelnen Schulen.“ Dies hätten PISA, TIMSS und verschiedene Langzeituntersuchungen deutlich gemacht. „Zeitpunkt und Anlage von Tests müssen so gesetzt werden, dass nicht nur das unterrichtet und gelernt wird, was sich gut messen lässt.“

Die drei Lehrerverbände unterstützen hingegen die Möglichkeit, dass sich Lehrkräfte und Schulen mit anderen Kollegien vergleichen können, die unter ähnlichen Bedingungen unterrichten. Um die komplexen anspruchsvollen Bildungsaufgaben bewältigen zu können, benötigen sie die entsprechenden Instrumente und Ressourcen, aber keine Rankings.

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