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Foodwatch: Kinderlebensmittel zu drei Vierteln ungesund

BERLIN. In einer aktuellen Untersuchtung hat die Verbraucherorganisation Foodwatch 1.514 Kinderlebensmittel unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Mit dem industriellen Angebot an Kinderlebensmitteln ist eine ausgewogene Ernährung praktisch unmöglich. 

Kinder verzehren laut Foodwatch ohnehin zu viel Fleisch und Wurstprodukte. Doch Lebensmittelhersteller bewerben häufig auch solche Produkte gezielt an Kinder. Foto: Foodwatch

Kinder verzehren laut Foodwatch ohnehin zu viel Fleisch und Wurstprodukte. Doch Lebensmittelhersteller bewerben häufig auch solche Produkte gezielt an Kinder. Foto: Foodwatch

Fast drei Viertel der Produkte (73,3 Prozent) fallen danach in die „rote“ Kategorie an der Spitze der aid-Ernährungspyramide. Es handelt sich um süße und fette Snacks, die nach den Empfehlungen des vom Bundesernährungsministerium geförderten „aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz“ nur „sparsam“ verzehrt werden sollten. Gerade einmal 12,4 Prozent der Produkte können laut Foodwatch der grünen Kategorie an der Basis der Pyramide zugeordnet werden – solche Lebensmittel sollten Kinder eigentlich „reichlich“ verzehren.

Frühstücksflocken beispielsweise könnten prinzipiell Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein und im grünen Bereich der Pyramide liegen. Die verbreiteten Frühstücksflocken-Produkte von Nestlé und Kellogg’s liegen jedoch aufgrund ihrer hohen Zuckergehalte zu 100 Prozent im roten Bereich.

Betrachtet man nur die Bio-Produkte, sieht die Verteilung nur wenig besser aus: Die deutliche Mehrzahl der Produkte (knapp 58 Prozent) gehört der roten Kategorie an, 29 Prozent werden als grün eingestuft.

Fazit von Foodwatch: Das Angebot an Kinderlebensmitteln bestehe fast ausschließlich aus Süßigkeiten und ungesunden Snacks. „Die Hersteller stellen die Ernährungspyramide auf den Kopf: Ihre Produktpalette im Kinder-Segment entspricht ziemlich genau dem Gegenteil der ernährungsphysiologischen Empfehlungen“, heißt es. Die Organisation fordert politische Konsequenzen: Produkte, die nicht ausgewogen sein können (wie Süßigkeiten) dürften nicht länger als Kinderprodukte beworben und mit Comicfiguren, Spielzeugbeigaben, Gewinnspielen oder Idolen direkt an Kinder vermarktet werden.

Ein Kommentar

  1. Foodwatch hat immer Recht und die Welt ist immer ungerecht und so klingt das dann auch immer. Das alte Leid: Würden wir Esser mehr auf unseren guten Geschmack setzen und auf dem Weg dorthin mehr probieren, bis wir wissen, wie etwas schmecken kann, bräuchten wir nicht so dringend die ganzen Vorsager von Michelin bis Foodwatch, um das für uns Richtige zu essen. Zum Beispiel Zimtsterne mit dem gutem Zimt. Oder gar keine Cini Minis. Und dann stört mich mal wieder, wie die Verbraucherorganisationen bei ihren Pressemeldungen genauso auf die Zwölf gehen wie die Brauchgutgeberindustrie und das dann auch gerne von den Kollegen hochgebacken wird.

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