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KMK-Präsident Rabe: Lehrer jammern zu oft

HAMBURG. Ties Rabe (SPD), Hamburger Schulsenator und amtierender Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), ist von der „Bild“-Zeitung mit gängigen Vorurteilen gegenüber Lehrern konfrontiert worden – mit der Bitte diese zu kommentieren. Heraus kamen bemerkenswert offene Worte, die zum Teil für heftigen Widerspruch sorgen dürften.

Rät Lehrern zu mehr Selbstkritik: Bildungssenator Ties Rabe;  Foto: Michael Zapf / Behörde für Schule und Berufsbildung/www.hamburg.de

Rät Lehrern zu mehr Selbstkritik: Bildungssenator Ties Rabe; Foto: Michael Zapf / Behörde für Schule und Berufsbildung/www.hamburg.de

Sind Lehrer Rechthaber? „Stimmt zu oft“, meint Rabe und sagt: „Ein bisschen mehr Selbstkritik könnte nicht schaden. Unterricht und Erziehung sind schwierig, da muss man als Lehrer oft konsequent sein und darf sich nicht beirren lassen. Aber: Lehrer sollten souveräner mit Kritik von Eltern und Schülern umgehen – auch die haben manchmal Recht.“

Jammern Lehrer zu viel?  „Stimmt zu oft“, meint der KMK-Vorsitzende. Er betont: „Kein Automechaniker, keine Versicherungsangestellte beschwert sich so oft über Kunden und Arbeitsbelastung wie Lehrer es tun. Vermutlich wollen sie dadurch mehr Anerkennung für ihren schweren Job bekommen. Mehr Anerkennung haben sie in der Tat verdient – aber zu viel Jammern nervt trotzdem.“

Vor den Vorurteilen „Lehrer verdienen zu viel“ und „Lehrer haben zu viel frei“ nimmt Rabe die Pädagogen allerdings in Schutz. Beides stimme nicht. Und er betont: „ Wer einmal sechs Schulstunden mit Pausenaufsichten, Erziehungsgespräch, Streitschlichtung, Tränen trocknen, Elterngespräche und Unterrichtsvorbereitung an einem Tag hinter sich gebracht hat, der erkennt: Unsere Lehrer verdienen Anerkennung und Respekt. Das dürfen wir ihnen ruhig öfter sagen.“

Ein Kommentar

  1. 13. März 2012 um 16:15

    Dem letzten Abschnitt stimme ich zu.Nur selten bekomme ich Anerkennung für meine Arbeit. Noch seltener erlebe ich, dass Eltern, die schon mit der Erziehung ihrer eigenen Kinder überfordert sind, sich eingestehen, dass wir in der Schule ihrem Kind zu der Erziehung verhelfen, die es im Leben braucht und die ohne uns manchmal gar nicht mehr weiter wüssten….allerdings meinen Automechaniker und Versicherungsangestellte nur zu oft, sie müssten uns Lehrern sagen, wie wir unsere Arbeit machen sollen, während ich mein Auto nicht selbst repariere und es im guten Vertrauen zum Fachmann bringe, weil ich es nicht besser könnte als er.
    Wenn wir jammern, dann nur über das mangelnde Vertrauen in unsere Arbeit, die Arroganz der anderen, es bestimmt besser zu können und die Ignoranz der Staatsmacht, die Geld lieber in Banken als in Bildung investiert. Ist das etwa nicht zum Jammern???

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