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Nach Schulattentat in Frankreich: Verdächtiger ist tot

TOULOUSE. Nach 30 Stunden Belagerung durch die Polizei eskalierte offenbar die Situation: Der 23-Jährige mutmaßliche Schulattentäter von Toulouse ist bei der Erstürmung seiner Wohnung ums Leben gekommen.

Das teilte der französische Innenminister Claude Gueant nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mit. Als die Polizisten in seine Wohnung eindrangen, habe der vermeintliche Islamist das Feuer eröffnet und sei aus dem Fenster gesprungen, während er weiter geschossen habe. Dabei sei er tödlich getroffen worden.  Bei dem Einsatz seien zwei Elitepolizisten verletzt worden, schreibt Reuters. Ursprüglich wollte die Polizei den Mann lebend fassen, um Informationen zu seinen Kontakten und Hintermännern zu bekommen.

Der Verdächtige Mohamed Merah, der sich selbst als Islamist mit Kontakten zu Al-Quaida bezeichnete, hat  am Montagmorgen vor einer jüdischen Schule in Toulouse auf Menschen geschossen. Dabei waren ein Lehrer und drei Kinder ums Leben gekommen. Das berichtete „Tagesschau.de“.  Während der Belagerung durch die Polizei habe er als Motiv die Auslandseinsätze der französischen Armee und Rache für den Tod palästinensischer Kinder angegeben, so Reuters.

In Frankreich herrscht jnach dem Anschlag die höchste Sicherheitsstufe (Hier ein Soldat in Paris) (Foto: Eisenbahner/Flickr CC BY 2.0)

In Frankreich herrscht nach dem Anschlag die höchste Sicherheitsstufe (Hier ein Soldat in Paris) (Foto: Eisenbahner/Flickr CC BY 2.0)

Wie „Tagesschau.de“ berichtet, handelt es sich bei den Opfern laut Staatsanwalt Michel Valet um einen 30-jährigen Religionslehrer und seine beiden kleinen Söhne sowie ein weiteres Kind im Alter von zehn Jahren. Ein 17-Jähriger wurde bei dem Anschlag schwer verletzt. „Tagesschau.de“ zufolge floh der Täter nach der Tat auf einem Motorroller. In der vergangenen Woche waren bei zwei Mordanschlägen bereits drei französische Soldaten mit Migrationshintergrund getötet worden. Ein weiterer Soldat wurde schwer verletzt. Auch in diesen Fällen sei der schwarz gekleidete Mann anschließend auf einem Motorroller geflüchtet, wie Zeugen berichten.

Laut „Tagesschau.de“ gab es bereits am Montag einen Schweigemarsch in Paris, an dem mehrere tausend Menschen teilnahmen. Der Nachrichtenseite zufolge bewertet die jüdische Gemeinde  in Frankreich schon am Dienstag den Anschlag auf die Schule als antisemitischen Akt. Derweil wurden die Sicherheitsmaßnahmen im Land deutlich verschärft. Dem Bericht zufolge werden alle jüdischen und muslimischen Einrichtungen insbesondere aber die jüdischen Schulen nun stark überwacht. (kö)

(20.3.2012 aktualisiert am 22.3.2012)

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