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Projekt gegen Missbrauch: Neue Anlaufstelle für Pädophile

HANNOVER. Personen, die auf Kinder gerichtete sexuelle Fantasien haben, jedoch keine Übergriffe begehen wollen, haben jetzt eine neue Anlaufstelle in Niedersachsen.

Die Therapie von potenziellen Tätern soll sexuellem Missbrauch vorbeugen. Foto: Jacek NL / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Die Therapie von potenziellen Tätern soll sexuellem Missbrauch vorbeugen. Foto: Jacek NL / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Sie können sich ab sofort an den Arbeitsbereich Klinische Psychologie und Sexualmedizin der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wenden. Die MHH wird Standort des Forschungs- und Präventionsprojektes „Dunkelfeld“, das Sexualstraftaten an Kindern verhindern soll.

Die MHH folgt damit dem bereits erfolgreich etablierten Pilotprojekt der Berliner Charité, das mittlerweile auch an den Standorten Kiel, Regensburg und Leipzig angeboten wird. Das Motto der Kampagne lautet: „Damit aus Fantasien keine Taten werden!“ Betroffene sollen die Botschaft erhalten „Du bist nicht schuld an Deinen sexuellen Gefühlen, aber Du bist verantwortlich für Dein sexuelles Verhalten! Es gibt Hilfe! Werde kein Täter!“

Die angebotene Therapie integriert verhaltenstherapeutische und sexualmedizinische Ansätze, die die Möglichkeit einer medikamentösen Unterstützung beinhalten. Interessenten sollten folgende Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen hinsichtlich ihrer pädophilen Neigung über ein Problembewusstsein verfügen und aus diesem Grund von sich aus und ohne gerichtlichen Druck therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Werden sie in das Projekt aufgenommen, können sie kostenlos und durch die therapeutische Schweigepflicht geschützt sowohl eine diagnostische Abklärung ihres Problems als auch therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen.

„Die bisherigen Erfahrungen belegen, dass Männer mit pädophiler Neigung über eine qualifizierte Medienkampagne mit begleitender Öffentlichkeitsarbeit für eine präventive Therapie erreichbar sind. Die sexualmedizinische Diagnostik erlaubt eine zuverlässige Beurteilung der sexuellen Neigung und deren Risikoeinschätzung“m, sagt Prof. Klaus Beier, Direktor des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin an der Berliner Charité, wo das Präventionsprojekt „Dunkelfeld“ 2005 initiiert wurde. Gefördert wird das Projekt vom Niedersächsischen Sozialministerium.

 

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