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Star-Dirigent Barenboim fordert verpflichtenden Musikunterricht

HAMBURG. Der Grammy-Preisträger Daniel Barenboim hat sich dafür ausgesprochen, dass Kinder und Jugendliche verpflichtenden Musikunterricht an den Schulen bekommen. In der Wochenzeitung „Die Zeit“ sagte der Star-Dirigent Barenboim: „Warum lernen unsere Kinder in der Schule nicht Musik, wie sie Mathematik, Geografie oder Französisch lernen? Das ist das Problem!“

Fordert verpflichtenden Musikunterricht an den Schulen: Pianist und Dirigent Daniel Barenboim;  Foto:  Fernando Delgado Béjar / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Fordert verpflichtenden Musikunterricht an den Schulen: Pianist und Dirigent Daniel Barenboim; Foto: Fernando Delgado Béjar / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Es gebe keine Erziehung „für die Menschen, die in 20 oder 30 Jahren unser Publikum sein sollen“, so der Chef der Berliner Staatsoper und musikalischer Direktor der Mailänder Scala. Wenn uns die Musik wirklich wichtig sei, so Barenboim, dann müssten wir jetzt ganz drastisch denken und sie zur Pflicht erklären. „Ganz selbstverständlich und für jeden.“ Das sei keine Frage des Geldes oder der Subventionen, sondern eine des politischen Willens.

Zugleich sagte der Musiker, dass nicht jeder, der das Abc beherrsche, später Goethe, Heine oder Heiner Müller werde und nicht jeder, der Noten lesen könne, Pianist oder Dirigent werde. Barenboim: „Aber wir müssen doch hören lernen! Wir jubeln Stars zu, nur weil sie Stars sind, das ist absurd.“

Barenboim, der 1942 in Buenos Aires geboren wurde, bekam im Alter von fünf Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Sein erstes öffentliches Konzert gab er mit sieben. Drei Jahre später folgte sein internationales Solistendebüt als Pianist. Sein Dirigierdebüt gab er 1967. Seitdem ist Barenboim weltweit bei führenden Orchestern gefragt. Seit 20 Jahren ist Barenboim Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Im Herbst 2000 wählte ihn die Staatskapelle Berlin zum Chefdirigenten auf Lebenszeit.

Gemeinsam mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said gründete Barenboim das West-Eastern Divan Orchestra, in dem Musiker aus Israel, Palästina und den arabischen Ländern jeden Sommer zusammen musizieren und darüber in einen kulturellen Dialog treten. Der Künstler rief darüber hinaus auch einen Musikkindergarten sowie ein Jugendorchester in den palästinensischen Gebieten ins Leben. Er trägt zahlreiche Auszeichnungen, wie das Bundesverdienstkreuz, den Deutschen Kulturpreis und den Westfälischen Friedenspreis und wurde zum Friedensbotschafter der Vereinten Nationen ernannt. (kö)

(30.3.2012)

 

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