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Öffentliche Schulen in Baden-Württemberg bekommen Alarmgerät für Krisen

STUTTGART. Gut drei Jahre nach dem Amoklauf von Winnenden bekommen alle öffentlichen Schulen im Südwesten nach den Osterferien ein Alarmgerät. Baden-Württemberg sei damit ihres Wissen das erste Bundesland, das Schulen landesweit mit den sogenannten «Pagern» ausrüstet, sagte eine Sprecherin des Kultusministeriums.

Das rund 4800 Euro teure Gerät funktioniert ähnlich wie der Pieper bei Ärzten. In Krisensituationen kann das Ministerium nach Rücksprache mit dem Lagezentrum der Polizei über den «Pager» Warnmeldungen von maximal 160 Zeichen an gefährdete Einrichtungen verschicken. Nähere Informationen könnten dann über das Internet abgerufen werden, sagte die Sprecherin. Die Anschaffungskosten für die Geräte von mehr als einer halben Million Euro trage das Land. Die «Pager» seien unabhängig vom Handynetz. Die Schulleitungen müssten allerdings sicherstellen, dass die im Ernstfall auch erreichbar sind.

Daneben baut das Land einen Krisenstab auf. Die Regierung setzt damit eine Empfehlung des Expertenkreises Amok um, der nach der Bluttat vom 11. März 2009 gegründet worden war. Damals war der 17-jährige Tim K. in seine ehemalige Schule in Winnenden eingedrungen und hatte während des Unterrichts acht Schülerinnen, einen Schüler und drei Lehrerinnen ermordet. Auf seiner Flucht erschoss er drei weitere Menschen und sich selbst.

«Wir sind künftig besser gewappnet, wenn die Sicherheit der Schüler auf dem Spiel steht», betonte Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD) laut Mitteilung. Neben dem Pager bekommen die Schulen eine neue Anleitung für Krisenfälle, in der Amoksituationen stärker berücksichtigt sind. WENKE BÖHM, dpa

(12.4.2012)

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