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Umfrage: Lehrer erfahren oft von Mobbing und Drohungen

BERLIN. Lehrer in Deutschland sind recht häufig mit Hinweisen auf Mobbing oder Gewaltandrohungen konfrontiert. Das geht aus ersten Auswertungen eines Krisenpräventionsprojekts der Freien Universität Berlin hervor, die auf dem Deutschen Präventionstag in München präsentiert wurden.

Sieben Prozent der befragten Pädagogen hätten von Amokdrohungen berichtet, so Prof. Herbert Scheithauer, Leiter des Networks Against School Shooting (Netwass). Außerdem sei es im Durchschnitt viermal pro Jahr um Mobbingfälle gegangen, zwei- bis dreimal hätten die Lehrer bei Kindern besorgniserregende Verhaltensänderungen bemerkt.

Der Studie zufolge hat jeder fünfte Lehrer in den vergangenen zwölf Monaten von Suizidgedanken von Schülern erfahren, fast jeder achte hörte von Todesandrohungen unter Jugendlichen. An der Untersuchung nahmen 3.500 Lehrer an mehr als 100 Schulen in Berlin, Brandenburg und Baden-Württemberg teil, wo das Netwass-Verfahren evaluiert wird. Das Projekt wird vom Bundesbildungsministerium gefördert.

Im Zentrum steht dabei ein festes schulinternes und speziell geschultes Krisenteam, das kritische Beobachtungen zusammenträgt und gemeinsam Präventionsschritte einleitet. «Unsere ersten Erfahrungen zeigen, dass das Verfahren und die Kurse an den Schulen sehr gut aufgenommen und als überaus hilfreich erachtet werden», sagte Scheithauer. So fühlten sich die Teilnehmer bei der Bewertung von Androhungen sicherer und hätten auch größeres Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Schulleitung. Im laufenden Projekt wurden bislang mehr als 80 Fälle von Gewaltandrohung bis zur Selbstmordabsicht zurückgemeldet und mit Hilfe des Krisenteams bearbeitet. In diesen Fällen habe möglicherweise Schlimmeres verhindert werden können, sagte Scheithauer. dpa
(17.4.2012)

Zum Bericht: „Zehn Jahre nach Erfurt: Direktorin fordert mehr Hilfe für Schulen“

Ein Kommentar

  1. 80 Fälle im laufenden Projekt (von hundert Schulen!) – hochgerechnet auf alle Schulen der BRD?
    Es ist schön, wenn man diese 80 Fälle klären konnte, aber die eigentliche Frage „Wieso kommt es zu dieser gravierenden Zunahme solcher Fälle“ wird nicht angegangen. Was läuft in den Schulen/den Familien schief? Was muß geändert werden?

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