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Unsere bunte Wochenschau: Schmidt wird weich, und das „Handelsblatt“ ärgert Lehrer

DÜSSELDORF. Mögen Sie’s bunt? Dann haben wir diese Rubrik genau für Sie eingerichtet  – unsere (nicht ganz ernstzunehmende) pädagogische Wochenschau.

War schon mal größer: Harald Schmidt. Kleines Foto: Antenne Düsseldorf / Flickr (CC BY-NC 2.0)

War schon mal größer: Harald Schmidt. Kleines Foto: Antenne Düsseldorf / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Montag: Die „Mitteldeutsche Zeitung“ überschreibt einen Bericht mit: „Schüler schlagen Lehrer“.

Es geht um ein Fußballspiel.

Dienstag: Die neue sächsische Kultusministerin zeigt sich entsetzt über die Amtsführung ihres Vorgängers. Beim Kassensturz sei sie auf am Haushalt vorbei illegal eingestellte Lehrer gestoßen. Das beunruhigt irgendwie. Wer weiß schon, ob er legal eingestellt wurde?

Mittwoch: Das „Handelsblatt“ ärgert Lehrer mit einem Gastkommentar von einem Herrn der Vodafone-Stiftung. Der meint nämlich die Schulen in Deutschland auf Vordermann bringen zu können, in dem Lehrer streng nach Leistung bezahlt werden. Wie das gehen soll? Nicht so einfach, räumt der Experte ein – hat aber eine Menge gute Ideen: mehr Geld für erfolgreiche Weiterbildung, zusätzliche AGs, gute Lernergebnisse der Schüler, die durch regelmäßige Test von unabhängigen Gutachtern ermittelt werden, gute Beurteilungen durch die Schulleitung und externe Experten und, ach ja, ein Zuschlag fürs Arbeiten im sozialen Brennpunkt. Toll, mögen Lehrer nun denken, dann verdiene ich ja bald viel mehr. Pustekuchen: Das Grundgehalt gehört natürlich zusammengestrichen.

Ein pfiffiger Leser fragt in seinem Kommentar: Wann kommt die leistungsabhängige Bezahlung für Journalisten? Berechtigte Frage, die sich noch ergänzen ließe: Wann endlich müssen Vodafone-Stiftungsmitarbeiter  Gehaltsabschläge hinnehmen für Quatsch mit Soße? Und überhaupt: Wie steht’s denn mit der leistungsgerechten Honorierung von Mobilfunk-Anbietern, Stichwort: Service an der Hotline?

Donnerstag: Die „Zeit“ hat ein neues literarisches Sujet ausgemacht: „Lehrer am Rande des Nervenzusammenbruchs beherrschen den neuen deutschen Roman. Es ist kein Wunder, dass sie meist schon ein wenig älter sind. Sie sind den Schülern nicht mehr gewachsen, weil in ihnen selbst ein Lebensdefizit so massiv spürbar ist, dass sie nichts weitergeben könnten, was über eine Unterrichtseinheit hinausreichte, obwohl sie es gerne möchten. Und wenn sie es doch mit einzelnen Schülern versuchen, dann scheitern sie an ihrer emotionalen Verwirrtheit.“ Fragt sich nur: Wer will das lesen?

Auch Donnerstag: Harald Schmidt, bei Sat1 auf der Abschussliste stehender Alleinunterhalter (= ohne Publikum), liefert die Begründung dafür, dass er zu Recht bei dem Qualitätssender auf der Abschussliste steht. Schmidt: „70% der Lehrer haben Freude an ihrem Beruf. Das ergab eine Umfrage in den Monaten Juni, Juli und August. Jeder zweite Lehrer findet allerdings, dass man im Studium nicht richtig auf die Praxis vorbereitet wird. Viele wissen gar nicht, dass der Unterricht vor Schülern stattfindet.“ Regieanweisung: Kunstpause, dann noch einen draufsetzen. Tut Schmidt auch: „70% der Lehrer gehen gerne in die Schule. Die anderen 30% gehen nur in die Schule, weil sie nicht alleine saufen wollen.“ Wieso nur saufen? Wieso nicht gleich Drogen nehmen? Oder Omas verprügeln? Wäre doch lustiger gewesen. Klarer Fall: Der Mann lässt nach.

Freitag: Heute erfreut uns eine Pressemitteilung der Privaten Krankenversicherungen (PKV): „PKV-Versicherte bekommen mehr Kinder“, heißt es da. Die sogenannte Neugeborenenrate (das sei der Anteil der Neugeborenen eines Jahres an der Gesamtzahl der Versicherten) sei in der PKV zuletzt deutlich gestiegen und inzwischen höher als der vergleichbare GKV-Wert, also der Reproduktionsrate der gesetzlich Versicherten. Kindermangel in Deutschland? Ist mit dieser Erkenntnis doch jetzt leicht zu beheben: Private Krankenversicherung für alle. bibo

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