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Wenn extreme Schüchternheit das Leben schwer macht

HEIDELBERG. Die Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie Heidelberg prüft Therapien bei Sozialen Ängsten im Jugendalter. Gesucht werden Studienteilnehmer im Alter zwischen 14 und 20 Jahren gesucht.

Die soziale Phobie ist eine der häufigsten psychischen Störungen bei jungen Menschen. Foto: cauchisavona / Flickr (CC BY 2.0)

Die soziale Phobie ist eine der häufigsten psychischen Störungen bei jungen Menschen. Foto: cauchisavona / Flickr (CC BY 2.0)

Wem der Kontakt mit anderen Angst einflößt, wer ständig fürchtet, sich zu blamieren, der leidet unter „sozialer Phobie“. Diese Angsterkrankung ist eine der häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Um betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Zukunft gezielt helfen zu können, vergleichen Psychologen der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie Heidelberg sowie der Universitätskliniken Göttingen, Frankfurt und München im Rahmen einer Studie (SophoYou) die Wirksamkeit zweier psychotherapeutischer Behandlungskonzepte. Dafür suchen sie noch Studienteilnehmer im Alter von 14 bis 20 Jahren.

Schlechter Schulabschluss kann die Folge sein

Laut einer Studie der Universität Frankfurt, die 600 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 20 Jahren einschloss, leidet mehr als jeder zehnte Jugendliche unter einer sozialen Phobie. Betroffene fürchten, dass sie in Gesellschaft anderer etwas Peinliches oder Beschämendes sagen oder tun könnten. Als besonders bedrohlich empfinden sie Situationen, in denen sie – wie bei mündlichen Prüfungen, Referaten oder Bewerbungsgesprächen – einer direkten Beurteilung ausgesetzt sind. Die gefürchteten Situationen rufen fast immer eine unmittelbare Angstreaktion hervor – etwa Herzrasen, Schwindel, Atemnot oder Übelkeit. Obwohl die Jugendlichen meist erkennen, dass die Angst übertrieben oder unbegründet ist, versuchen sie, die Auslöser zu meiden.

Die soziale Phobie verläuft unbehandelt meist chronisch und hat starke Auswirkungen auf den weiteren Lebensweg: Betroffene Schüler fehlen häufig in der Schule und beteiligen sich nur wenig am Unterricht. In der Folge machen viele einen schlechteren Schulabschluss, als nach ihrem Intellekt zu erwarten wäre. Typisch ist auch, dass sie Berufswünsche aufgeben, wenn Ausbildung, Studium oder Beruf z.B. häufigen Kontakt mit fremden Menschen oder Vorträge mit sich bringen. Zudem tun sich Betroffene schwer beim Aufbau sozialer Beziehungen: Das Ansprechen eines unbekannten Menschen, selbst ein einfaches „Hallo“ können unüberwindliche Hindernisse darstellen. Dies leistet ihrer sozialen Isolation Vorschub.

Therapien bei Erwachsenen bewährt

Beide Behandlungskonzepte, die die Heidelberger Wissenschaftler um Projektleiter Professor Dr. Klaus-Thomas Kronmüller untersuchen, haben sich bei Erwachsenen mit sozialer Phobie bereits bewährt. Nun soll die multizentrische Studie zeigen, ob die Therapieansätze bei Jugendlichen ebenso wirksam sind. „Mit einer früher einsetzenden Behandlung wollen wir verhindern, dass Berufslaufbahn und private Beziehungen unter den sozialen Ängsten leiden“, erklärt Kronmüller. Ziel der Therapien ist es, den betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu mehr Selbstsicherheit in Schule, Studium, Ausbildung und Beziehungen zu verhelfen.

Die Studienteilnehmer erhalten jeweils eine Einzeltherapie mit 25 Sitzungen in einem Zeitraum von etwa sechs Monaten. Teilnehmen kann, wer zwischen 14 und 20 Jahren alt ist, an sozialen Ängsten leidet und sich aktuell nicht in einer psychotherapeutischen oder medikamentösen Behandlung befindet.

Weitere Informationen gibt es hier.

 

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