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Wenzel: Sitzen bleiben ist nicht sinnvoll

MÜNCHEN. Der Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, Klaus Wenzel, möchte gerne das Sitzen bleiben abschaffen. Im Interview mit der Zeitschrift “Eltern Family” sagte Wenzel, dass das Sitzen bleiben nicht sinnvoll sei, sondern es eher schade. Wenzel zufolge belegen zahlreiche Untersuchungen, dass die Leistung der Schüler in der neuen Klasse nicht besser wird, sondern weiter abfällt. Weil die Wiederholer den Unterricht erst einmal locker sähen, verpassten sie im Laufe des Schuljahres wieder den Anschluss, so der Verbandschef.

Würde gerne das Sitzen bleiben abschaffen: Klaus Wenzel, Vorsitzender des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV); Foto: Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV)

Würde gerne das Sitzen bleiben abschaffen: Klaus Wenzel, Vorsitzender des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV); Foto: Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV)

Auf die Frage, ob leitungsschwächere Schüler die guten Mitschüler nicht ausbremsen, sagte Wenzel gegenüber der Zeitschrift, dass er mit diesem “Mythos” aufräumen müsste. Es gebe keine homogenen Klassen, auch dann nicht, wenn die Schwächsten sitzen blieben. Wenzel: “Der Wissensstand der einzelnen Kinder ist immer unterschiedlich. Und es stimmt auch nicht, dass eine Klasse davon profitiert, wenn die Leistungen in etwa gleich sind.”

Natürlich sollten und müssten die schlechteren Schüler den anderen nicht ständig hinterherhinken. Wenzel erklärte, dass andere Länder auch ohne Ehrenrunden auskommen, ohne dass die Schüler dort schlechter wären. Dies wäre unter anderem in Großbritannien, den USA, Japan oder Finnland der Fall. Vor allem Finnland könne man sich in Sachen Bildung zum Vorbild nehmen, so der Bildungsexperte. “Dort stehen zwei bis drei Lehrer pro Klasse zur Verfügung, so dass die schwächeren Schüler gefördert werden können und die stärkeren zusätzliche Angebote bekommen”, sagte Wenzel. Das Argument, dass dies zu teuer sei, ließ er nicht gelten. Denn das Sitzen bleiben kostet laut Wenzel etwa 5.000 Euro pro Schüler für ein Schuljahr. (kö)

(27.5.2012)

 

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