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Wowereits Koalition will schlechte Schulen schließen

BERLIN (Mit Kommentar). Die Berliner Koalitionsfraktionen unter Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wollen Schulen schließen, die schlechte Leistungen vorweisen. Wenn es jahrelang bergab gehe, dürfe das kein Tabu sein, zitiert der Berliner „Tagesspiegel“ Abgeordnete aus den Fraktionen von SPD und CDU. Auch über eine Änderung des Beamtenrechts könne man nachdenken, etwa wenn schwache Schulleiter Entwicklungen an ihren Schulen blockierten.

Die Koalition unter Klaus Wowereit hat kühne Ideen für die Qualitätsentwicklung der Schulen. (Foto: Axel Kuhlmann/Flickr. CC BY 2.0)

Die Koalition unter Klaus Wowereit hat kühne Ideen für die Qualitätsentwicklung der Schulen. (Foto: Axel Kuhlmann/Flickr. CC BY 2.0)

Das Beamtenrecht müsse weiterentwickelt werden, fordert die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Hildegard Bentele gegenüber der Zeitung. Weiter sagte sie, dass es auch dem Nachwuchs helfen würde, wenn Schulleiter nicht jahrzehntelang ihre Posten blockierten. Bentele schlägt vor, Führungspositionen auf Zeit zu vergeben. Leitungspersonal müsse zurückgestuft werden können, wenn es nicht geeignet sei. Außerdem sei sie dafür, dass ein Drittel aller Beschäftigten alle fünf Jahre rotiere.

Auch der Koalitionspartner SPD ist für die Ideen offen. Mit ihm könne man über Schulschließungen reden, sagte der SPD-Bildungspolitiker Ilkin Özisik dem „Tagesspiegel“. Es gebe noch immer deprimierende Schulen, die als „Verschiebebahnhof“ fungierten. Da wolle man wegrennen, sagte Özisik. Noch immer sei es so, dass sich schwächere Konkurrenten bei der Besetzung von Schulleiterposten durchsetzen könnten, sofern sie eine höhere Besoldungsstufe hätten als ihre Mitbewerber.

Hintergrund für die Debatte ist die angeblich schlechte Verfassung einiger Dutzend Schulen in der Hauptstadt. Den Anstoß dazu hatte einer der laut “Tagesspiegel” erfolgreichsten Rektoren Berlins, der Moabiter Jens Großpietsch, gegeben, als er vor einigen Tagen in einem Interview mit der Zeitung gefordert hatte, „dass Schulleiter und andere Funktionsträger sich alle drei Jahre zur Wahl stellen sollten.“ Außerdem hatte er vorgeschlagen, Schulen zu schließen, wenn sie keine erfolgversprechenden Ansätze zeigen würden. Schlecht sei eine Schule etwa, wenn der Inspektionsbericht schlecht ausfalle, sie gleichzeitg geringe Anmeldezahlen vorweise und sich das über mehrere Jahre nicht ändern würde.

Qualitätsentwicklung ist in der Berliner Schulpolitik ein hitzig diskutiertes Thema. Seit vergangenem Jahr werden die Inspektionsergebnisse zur Qualitätsentwicklung aller Schulen in den Schulporträts der Senatsverwaltung veröffentlicht. Dies geschieht vier Monate nach abgeschlossener Inspektion. Diese Zeit können die Schulen nutzen, um den Bericht für die Öffentlichkeit zu kommentieren und über eingeleitete Schritte zur Bearbeitung von Entwicklungsbedarf zu informieren.

Im Februar wurde zudem bekannt, dass die Berliner Bildungsverwaltung gemeinsam mit der Robert-Bosch-Stiftung ein Programm zur Stärkung von Brennpunkt-Schulen plant, das Modellcharakter für ganz Deutschland haben soll. Das Vorbild dabei: New York City.

Ausgangspunkt der Initiative war eine transatlantische Konferenz, die im Herbst 2011 in New York stattfand und zu der eine Delegation der Berliner Senatsverwaltung gereist war. Seit zehn Jahren hat die Stadt New York systematisch Reformen auf den Weg gebracht, die für mehr Bildungsgerechtigkeit sorgen sollen. Die Grundlage des geplanten Programms ist in einer Studie im Auftrag der Robert-Bosch-Stiftung zusammengefasst: „Mehr Autonomie für Schulen, umfassende Leistungsverantwortung und der Ausbau von Führungskompetenzen sind die drei wichtigsten Bausteine erfolgreicher Bildungsreformen.“ Schulleiter müssten stärker in die Verantwortung genommen werden, heißt es. NINA BRAUN

(17.5.2012)

Ein Kommentar

  1. Rotation!
    Am besten oben anfangen, also beim zuständigen Senator und den alle 2 Jahre wieder an eine Schule schicken, damit er seinen eigenen Mist ausbaden muss.

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