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Entdeckungen in der Biologie: Von Sturzbomber-Wespe bis Spongebob-Pilz

TEMPE. Die Natur bringt immer wieder kunstvolle Lebensformen hervor. Forscher haben nun eine Hitliste der skurrilsten Entdeckungen des Jahres 2011 vorgestellt.

Die Wespe Kollasmosoma sentum nutzt Ameisen als Wirte für ihre Larven. Foto: José-María Gómez Durán, Cornelis van Achterberg / eol (CC BY-NC-SA 3.0)

Die Wespe Kollasmosoma sentum nutzt Ameisen als Wirte für ihre Larven. Foto: José-María Gómez Durán, Cornelis van Achterberg / eol (CC BY-NC-SA 3.0)

Mordende Sturzbomber-Wespen, Teufelswürmer in tiefen Goldminen und Spongebob-Pilze gehören zu den besonders ungewöhnlichen neuen Arten des vergangenen Jahres. Aus über 18 000 entdeckten Arten wählte eine Internationale Gruppe ihre Favoriten aus. Das International Institute for Species Exploration (IISE) der Universität Arizona in Tempe stellte die Liste aus 200 Nominierungen zusammengestellt.

Vorsichtig pirscht sich die Wespe Kollasmosoma sentum an ahnungslose Ameisen heran. Wie ein Sturzbomber düst sie dann auf ihre Opfer zu und legt ein Ei in ihnen ab. Die tödliche Attacke dauert im Schnitt nur 0,052 Sekunden und verwandelt die Ameise in einen Wirt für die Larve der Wespe, wie Forscher ermittelten.

In einer südafrikanischen Goldmine stießen Wissenschaftler 1,3 Kilometer unter der Erdoberfläche auf einen tierischen Schatz. Der Teufelswurm ist nach Forscherangaben der am tiefsten lebende mehrzellige Erdbewohner. Der einen halben Millimeter lange Fadenwurm wurde Halicephalobus mephisto getauft – in Anlehnung an die griechische Bedeutung des Namens Mephistopheles: «Der das Licht nicht liebt».

Der Spongebob-Pilz bekam seinen Namen Spongiforma squarepantsii, weil er wie ein Schwamm aussieht und sein Körper wirklich wie ein Schwamm zusammengedrückt werden kann und danach wieder die alte Form annimmt. Aber die Forscher fanden auch noch andere Ähnlichkeiten zwischen dem Comic-Helden und dem Pilz: Der Pilz riecht nach Früchten und Spongebob lebt in einer Ananas. Und selbst die mikroskopisch kleinen Sporen des Pilzes sehen wie ein Schwamm aus.

Kriterien: Ungewöhnlich oder bizarr

Bei ihrer Auswahl für die Hitliste der Entdeckungen orientierten sich das internationale Team an mehreren Kriterien. «Spezies, die unsere Aufmerksamkeit erregten, weil sie besonders ungewöhnlich waren oder bizarre Merkmale hatten», habe die Gruppe ausgesucht, sagte das Jurymitglied Mary Liz Jameson von der Wichita State University nach einer Mitteilung.

Der Stumpfnasenaffe Rhinopithecus strykeri aus Birma schaffte es auch auf die Liste. Er muss angeblich bei Regen niesen, weil ihm Wasser in die nach oben zeigenden Nasenöffnungen läuft. Er lebt in Gebirgswäldern und ist vom Aussterben bedroht. Aus hohen, regenreichen Bergen Brasiliens würdigte das Team die blaue Tarantel Pterinopelma sazimai, die nur in dieser Region vorkomme.

Die Qualle Tamoya ohboya besticht durch ihre hübschen Nesselfäden. Ihren Artnamen verdankt sie den schmerzerfüllten Rufen von Menschen, die mit den gelb-orangen Fäden des Tieres in Berührung kamen: «Oh boy!»

Von allen 25.000 bisher bekannten Orchideenarten ist die Bulbophyllum nocturnum die einzige, die ausschließlich nachts blüht, schreiben die Wissenschaftler. Sie öffnet ihre Blüten abends um etwa 22 Uhr und schließt sich am nächsten Morgen.

Das etwa 520 Millionen Jahre alte Fossil Diania cactiformis ist bisher vor allem unter dem Namen «Wandelnder Kaktus» bekannt. Das Geschöpf war sechs Zentimeter lang und hatte dutzende Beine, die an Blätter erinnern. Das Fossil wurde in Chengjiang im Südwesten Chinas gefunden. Daneben ehrten die Forscher noch einen 16 Zentimeter langen Wurm und eine Mohnblume, die in über 4000 Meter Höhe in Nepal wächst. dpa
(25.5.2012)

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