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Baden-Württemberg: Diskussion über Sommerschulen

STUTTGART (Mit Leserkommentar). In den großen Ferien nochmal die Schulbank drücken? Die vor allem für schwache Schüler gedachten Sommerschulen kommen bei den Betroffenen gut an. Doch rechtfertigen die Ergebnisse den finanziellen Aufwand?

Das bundesweit einzigartige Modellprojekt Sommerschulen für schwache Schüler gehört aus Sicht der Grünen-Fraktion auf den Prüfstand. «Zwar sind die Kinder begeistert von den Angeboten, aber der Effekt ist nach Angaben der Lehrer nach drei Monaten verpufft», sagte die Grünen-Schulexpertin Sandra Boser in Stuttgart. Die Leistungen der Kinder verbesserten sich nicht dauerhaft. Deshalb müsse das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei dem 570.000 Euro teuren Programm unter die Lupe genommen werden. «Einen Ausbau halte ich in Zeiten knapper Kassen für nicht angemessen.»

Die FDP hält das für grundfalsch: Man müsse das erfolgreiche Modell ausweiten statt abschaffen. «Die bisherigen Erfahrungen mit Sommerschulen zeigen, dass sie die Kinder motivieren, die Leistungen verbessern und ihr Selbstbewusstsein stärken.», sagte FDP-Landeschefin Birgit Homburger.

In diesem Sommer bieten nach Angaben des Kultusministeriums 32 Schulen, darunter drei Gymnasien und drei Grundschulen, Sommerkurse an. Bei den restlichen Schulen handelt es sich um Haupt- und Werkrealschulen, die einwöchige Stützkurse in Deutsch, Mathe und Englisch organisieren. Je Schule können sich 25 Schüler anmelden, um Lerndefizite auszugleichen. Das Projekt war im Jahr 2010 mit vier Standorten gestartet. Beim Ministerium heißt es, auch für die nächsten Jahre sei geplant, das Programm in diesem Umfang weiterzuführen.

Das positive Feedback der Schüler beziehe sich auf die Kombination von Lernen und außerunterrichtlichen Angeboten, erläuterte Boser. So seien in Mannheim die Popakademie, in Ravensburg ein Schriftsteller Partner der Sommerschulen gewesen, in Offenburg kooperiere in diesem Jahr der Alpenverein mit der Sommerschule. Dies stärke Motivation und Selbstbewusstsein.

«Lernen und Erleben kommt sehr gut bei den Schülern an», resümierte die Landtagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Lahr-Wolfach. «Das Konzept muss aber meines Erachtens in den schulischen Alltag übertragen werden.» Insbesondere beim Ausbau der Ganztagsschulen müsse mehr mit Vereinen, Verbänden und anderen Institutionen zusammengearbeitet werden. JULIA GIERTZ, dpa

(17.6.2012)

Ein Kommentar

  1. Ich finde nicht gut, wenn die Kinder den ganzen Tag in der Schule verbringen (Ganztagsschulen) und ich finde nicht gut, wenn sie auch noch die ganzen Ferien Schule haben (Nachhilfe). Ferien sollten Ferien sein!

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