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Mutmaßlicher Rechtsextremist als Erzieher vom Dienst suspendiert

SCHWERIN. Die Stadt Barth in Vorpommern hat einen festgenommenen mutmaßlichen Rechtsextremisten vom Dienst als Erzieher in einem städtischen Hort suspendiert. Dies sei noch am Donnerstag, dem Tag der Festnahme, erfolgt, teilte das für die Kindertagesstätten zuständige Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommerns in Schwerin mit. «Die Kommune hat sofort gehandelt», lobte Ministerin Manuela Schwesig (SPD). Extremisten würden in den Kitas des Landes nicht geduldet.

Der 30-jährige Erzieher gilt als einer der Hauptverantwortlichen für das rechtsextremistische Internetforum «Thiazi». Dort soll laut Bundeskriminalamt in etlichen Liedern zum Hass gegen Ausländer und Juden aufgestachelt und zu gewalttätigen Übergriffen aufgerufen worden sein. Am Donnerstag waren bei einer bundesweiten Razzia gegen das Forum vier Personen festgenommen worden, darunter der Erzieher aus Barth (Landkreis Vorpommern-Rügen).

Seit August 2010 gibt es in Mecklenburg-Vorpommern einen sogenannten Kita-Erlass gegen Rechtsextremisten. Beschäftigte müssen dem Träger ihrer Einrichtung erklären, dass sie auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Das gelte aber nur für neu eingestellte Mitarbeiter, erklärte ein Ministeriumssprecher. Der 30-jährige Erzieher in Barth habe bereits seit 2009 in dem Hort gearbeitet. «Er fiel deshalb nicht unter den Erlass.»

Mitarbeitern und Eltern des Hortes war der Erzieher dem Ministerium zufolge in der Vergangenheit nicht negativ aufgefallen. Er sei bei den Kindern beliebt gewesen. Hinweise auf eine rechtsextreme Gesinnung habe es nicht gegeben.

Schwesig sagte ihrem Sprecher zufolge, durch diesen Einzelfall dürfe die hervorragende Arbeit der rund 11.000 Erzieher im Land nicht diskreditiert werden. «Sie erziehen die Kinder im Sinne des Grundgesetzes zu Werten wie Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit», betonte er.

Der Leiter des Regionalzentrums für demokratische Kultur Nordvorpommern-Rügen-Stralsund, Hartmut Gutsche, sagte, er könne sich vorstellen, dass der Erzieher ein konspiratives Doppelleben führte. So etwas gebe es. Gutsche bot der Kommune die Unterstützung seines Zentrums an. dpa

(15.6.2012)

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