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Nach Geschlechtern getrennt? Pragmatisch bitte

Ein Kommentar von NINA BRAUN.

Die Bildungsjournalistin Nina Braun. Foto: www.bildungsjournalisten.de

Die Bildungsjournalistin Nina Braun. Foto: www.bildungsjournalisten.de

Eine große amerikanische Meta-Studie sorgte unlängst für Aufsehen. „Wir glauben, dass nach Geschlechtern getrennte Erziehung verfehlt ist”,  schlussfolgerte die US-amerikanische Psychologin Diane Halpern im Wissenschaftsmagazin „Science”, nachdem sie weltweit Studien zur Monoedukation gesichtet hatte. Zwar gebe es immer wieder Studien, die Leistungssteigerungen bei Mädchen nach dem Wechsel ins monoedukative System verzeichneten, diese Ergebnisse seien aber verfälscht. Mädchenschulen würden in der Regel nur von Töchtern aus bildungsnahen Schichten besucht, die allein deshalb bessere Noten erbrächten. So weit, so eindeutig.

Allerdings fordert ja auch niemand ernsthaft die Einrichtung von Mädchen- oder Jungenschulen. Die Hitzigkeit, mit der die Diskussion um den Vorschlag von NRW-Schulministerin geführt wird, die Geschlechter auch mal getrennt zu unterrichten, wirkt ein bisschen künstlich. Tatsächlich hat Löhrmann nichts anderes angeregt, als eine besondere Form der individuellen Förderung  – nämlich Schülergruppen zeitweilig anders zusammenzustellen als im normalen Klassenverband. Das kann dann mal nach Geschlechtern getrennt ablaufen, mal nach Leistung oder Interesse. Dass die Zugänge von Mädchen und Jungen gerade in der Pubertät zu bestimmten Themen mitunter andere sind, kann nur verneinen, wer wenig mit der Altersgruppe zu tun hat. Ob Sexualkunde, Sport oder eben auch mal die Naturwissenschaften – manches spricht dafür, einzelne Unterrichtseinheiten nur unter Jungen oder unter Mädchen zu veranstalten. Um dann zum koedukativen Regelunterricht zurückzukehren. Ganz pragmatisch eben.

Zum Bericht: “Geschlechter getrennt unterrichten? Die Kanzlerin unterstützt Löhrmann

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