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Studie: Mehr Licht gleich mehr Leistung

ULM. Eine dem Tageslicht nachempfundene Beleuchtung kann die Aufmerksamkeit und die kognitiven Leistungen in Schulen enorm steigern. Das ergab eine Studie, die in Ulm durchgeführt wurde.

Unterricht in der Robert-Bosch-Schule in Ulm unter biologisch wirksamem Licht. Foto: Osram

Unterricht in der Robert-Bosch-Schule in Ulm unter biologisch wirksamem Licht. Foto: Osram

Dort wurden zwei Schulen von November 2011 bis Februar 2012 mit einer „biologisch optimierten Beleuchtung“ ausgestattet. Das TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) untersuchte, welche Auswirkungen Licht auf die Leistungsfähigkeit von Schülern hat. Dank dieser besonderen Beleuchtung in den Klassenzimmern erzielten die an der Studie teilnehmenden Schüler in standardisierten Tests zur Konzentrationsfähigkeit bessere Ergebnisse als die Vergleichsgruppe. Auch die Leistungsgeschwindigkeit nahm zu.

„Der positive Einfluss von Licht bestimmter Farbtemperatur und Beleuchtungsstärke auf Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden des Menschen ist zwar schon seit längerer Zeit bekannt, dass Schüler unter der biologisch optimierten Beleuchtung aber bis zu einem Drittel weniger Fehler im Aufmerksamkeitstest hatten, ist schon beeindruckend“, sagt Katrin Hille, Forschungsleiterin des ZNL und verantwortlich für die Studie. Zu den positiven Ergebnissen beigetragen hat auch, dass durch das biologisch optimierte Licht der Organismus wie im Freien stimuliert wird. Das heißt, der Tagesrhythmus der Schüler schiebt sich nach vorne und die Jugendlichen sind früher fit. Dadurch wirkt solches Licht Social-Jetlag, einer insbesondere bei Jugendlichen häufig beobachteten Morgenmüdigkeit, entgegen.

Doch nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer schätzen das neue Licht: „Mehrere Lehrer, auch solche, die der neuen Beleuchtung anfangs skeptisch gegenüberstanden, haben mir am Ende der Studie berichtet, dass auch sie sich jetzt besser fühlen“, berichtet ZNL-Wissenschaftler Oliver Keis.

Die an der Studie teilnehmenden Jugendlichen im Alter von 17 bis 20 Jahren hatten sowohl Unterricht im neu beleuchteten Klassenzimmer als auch in Klassenzimmern mit herkömmlichem Licht. Während des Studienzeitraums mussten die Schüler mehrmals verschiedene standardisierte Leistungs- und Aufmerksamkeitstests  durchführen. Verglichen wurde das Testergebnis bei biologisch wirksamem Licht im Vergleich zu herkömmlicher Beleuchtung.

Künstliches Tageslicht durch verschiedenfarbige LED

Die biologisch optimierte Beleuchtung wird durch ein Zusammenspiel von blauen und weißen LED möglich. Eigens für die Studie entwickelte die Firma Osram eine LED-Leuchte weiter, um künstliches Tageslicht ins Klassenzimmer zu holen. „Um im Klassenzimmer einen künstlichen Himmel zu erzeugen, verwenden wir Streifen mit blauen und weißen LED, die unabhängig voneinander angesteuert werden können. So lassen sich die Lichtfarben dynamisch mischen und die Farbtemperatur des Himmels im Gebäudeinneren nachbilden“, erklärt Hannah Helbig von Osram. (kö)

(14.6.2012)

Ein Kommentar

  1. Na sowas, ich wehre mich permanent dagegen, in meinem Raum aus Spargründen das Licht auszuschalten. Nun habe ich endlich ein wissenschaftliches (sinnvolles) Argument dafür.

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