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Hat’s geschmeckt? Studenten bewerten ihr Mensa-Essen

FREIBURG. Studenten können ihren Mensa-Köchen Sterne verleihen. Nach dem Essen haben sie die Möglichkeit, auf speziellen Terminals eine Bewertung bis zu fünf Sternen abzugeben. „Wir wollen damit eine schnelle Reaktion, wie unser Essen ankommt und entsprechend reagieren“, erläuterte der Abteilungsleiter für Hochschulgastronomie, Ulrich Stelter, das Konzept.
In den ersten Tagen habe es bis zu 1000 Rückmeldungen gegeben – bei knapp 10 000 ausgegebenen Mahlzeiten. „In den meisten Fällen lagen die Bewertungen im oberen Bereich.“ Auch in anderen Städten Baden-Württembergs sollen Studenten künftig mehr Mitspracherecht beim Mensaessen bekommen, wie eine Umfrage ergab.

Toskanischer Kartoffelsalat statt Pommes-Currywurst: Das Mensa-Essen soll besser werden. Foto: Stephan Mosel / flickr (CC BY 2.0)

Das neue System in Freiburg spielt vor allem bei neuen Gerichten eine Rolle. „Wir haben neulich ein veganes Essen angeboten, bei dem keinerlei tierische Produkte verwendet werden. Die Bewertung lag mit 3,4 überraschend hoch“, erzählte Stelter. Am besten sei bislang ein Salat mit Schafskäse, Tomaten und Sprossen angekommen. „Allerdings war es an dem Tag auch besonders sonnig – da hatten wir mit der Essenauswahl richtig Glück.“ Bei Regen hätte der Salat sicherlich nicht so viel Anklang gefunden.

Grundsätzlich neue Erkenntnisse erwartet sich Stelter allerdings nicht. „Das beliebteste Essen ist Pasta, daran wird sich so schnell nichts ändern.“ Auch die Schnitzel-Pommes-Fraktion sei nach wie vor groß. „Reis und Couscous sind schwierig – aber wir versuchen es trotzdem immer wieder, um etwas Abwechslung in den Speiseplan zu bekommen.“ Mit den ausländischen Studenten werde auch das Angebot internationaler.

Auch in anderen Städten Baden-Württembergs nehmen Studenten Einfluss auf die Speisekarten. In der Mensa der Universität Stuttgart würden „mittelfristig“ Terminals stehen, an denen die Studenten direkt ihre Meinung äußern können, erklärte eine Mitarbeiterin des Studentenwerks. „Schon jetzt gibt es auf der Homepage die Möglichkeit, einen Feedbackbogen auszufüllen.“ Auch nach regelmäßigen Befragungen seien Änderungen am Speiseplan vorgenommen worden: „Mehr Vegetarisches, mehr Bio, mehr laktosefreie Gerichte, mehr aus der Region.“ In Stuttgart-Hohenheim können die Studenten sogar Salat vom uni-eigenen Acker essen.

In Heidelberg findet seit diesem Semester einmal pro Monat die nach eigenen Angaben bundesweit einzigartige „Kulinarische Sprechstunde“ statt, bei der der Leiter der Hochschulgastronomie persönlich Fragen der Studenten beantworte, sagte eine Sprecherin. Das Studentenwerk biete den Studenten außerdem besondere Aktionen an, wie beispielsweise ein Sushi-Show-Kochen. „Zudem erfolgt wo möglich die Umstellung auf Bio-, FairTrade- und regionale Produkte“, so die Sprecherin. Die Studenten seien bereit, dafür etwas mehr zu bezahlen.

Wie in allen befragen Mensen ist auch in Ulm der Klassiker Schnitzel mit Pommes und Salat weiterhin stark gefragt. Die Ansprüche der Studenten seien gestiegen. „Noch vor sechs Jahren beschränkte sich unsere Angebot in der Mensa auf maximal drei Essen“, sagte der Leiter der dortigen Hochschulgastronomie. Inzwischen könnten die Studierenden nicht nur zwischen Feinschmecker-, vegetarischen und Bio-Gerichten wählen, sondern sich auch an verschiedenen Büffets bedienen.

An der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe können die Studenten über Beschwerdebriefkästen Einfluss nehmen. „Aktionswochen – derzeit Spargelwoche, sonst Spezialitäten aus bestimmten Ländern – haben in den letzten drei bis vier Jahren zugenommen“, sagte eine Sprecherin. dpa

(07.06.2012)

 

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