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Erstmals in Deutschland: „Islamische Religion“ als Lehramtsfach

OSNABRÜCK (Mit Leserkommentar). Die Universität Osnabrück bietet zum Wintersemester erstmals in Deutschland den Studiengang «Islamische Religion» als reguläres zweites Lehramtsfach an. «Das ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einem bekenntnisorientierten Unterricht für muslimische Kinder», sagte der Direktor des Zentrums für Interkulturelle Islamstudien, Prof. Bülent Ucar.

Im Mittelpunkt des islamischen Religionsunterrichts: der Koran. Foto: rutty / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Im Mittelpunkt des islamischen Religionsunterrichts: der Koran. Foto: rutty / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Angesichts der steigenden Nachfrage nach Lehrern für islamischen Religionsunterricht an Schulen hatte die Universität Osnabrück zuerst einen Modellstudiengang und dann einen Masterstudiengang als Erweiterungsfach angeboten. Jetzt gaben das niedersächsische Kultus- und das Wissenschaftsministerium Grünes Licht für den grundständigen Studiengang «Islamische Religion».

Das Fach Islamische Religion sei völlig parallel zu katholischem und evangelischen Religionsunterricht, sagte die Vizepräsidentin der Universität Osnabrück, Martina Blasberg-Kuhnke. Analog zu den christlichen Kirchen wirkt ein Beirat, dem Vertreter der muslimischen Verbände in Niedersachsen angehören, bei der Berufung von Professoren und der Einführung des Studiengangs mit.

In Niedersachsen werde islamischer Religionsunterricht zum 1. August verbindlich eingeführt, sagte Blasberg-Kuhnke. Flächendeckend werde das Fach allerdings noch nicht angeboten werden können, da es noch zu wenig Lehrer gebe. Das spiegele auch die hohe Zahl der Bewerber wider: Für die 25 Studienplätze gebe es 60 Bewerbungen.

Der Islam-Schwerpunkt in Osnabrück weiter ausgebaut: Zusammen mit der Universität Münster baut die Hochschule bundesweit eines von vier Zentren für Islamische Theologie auf. Zum Herbst starte in Osnabrück auch der Vollzeitstudiengang «Islamische Theologie». dpa
(17.7.2012)

Ein Kommentar

  1. “Islamisches Leben” in Deutschland ist eine Realität in einer Größenordnung, vor der man nicht (mehr) die Augenverschließen kann. Besser als Religionsunterricht pro Religion (an Schulen!) fände ich jedoch einen Unterricht, der den Kindern alle Religionen und Weltanschauungen vorstellt. Teilweise gibt es das ja schon als Ethik- oder Philosophieunterricht. Der konkrete Glaube des Einzelnen soll(te) Privatsache sein und bleiben.

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