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Hamburg: Mehr Lehrer und Ganztagsschulen im neuen Schuljahr

HAMBURG. Zum neuen Schuljahr gibt es in Hamburg neue Lehrerstellen, viele Klassen werden kleiner, und mehr Schulen haben Ganztagsangebote. Dafür müssen noch viele Klassenräume und Kantinen gebaut werden. Tausende Kinder werden erst einmal in Containern unterrichtet.

Sieht das Hamburger Schulsyste auf einem erfreulichen Weg: Bildungssenator Ties Rabe; Foto: Michael Zapf / Behörde für Schule und Berufsbildung/www.hamburg.de

Sieht das Hamburger Schulsyste auf einem erfreulichen Weg: Bildungssenator Ties Rabe; Foto: Michael Zapf / Behörde für Schule und Berufsbildung/www.hamburg.de

Mit mehr Lehrern, neuen Ganztagsschulen und kleineren Klassen startet in Hamburg an diesem Donnerstag das neue Schuljahr. «Ich sehe das Hamburger Schulsystem auf einem erfreulichen Weg», sagte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag in der Hansestadt. 311 neue Lehrerstellen würden geschaffen, dafür seien rund 15 Millionen Euro eingeplant. Grund sei nicht nur, dass die Zahl der Schüler an den 489 Schulen um 3.500 auf 222.700 gestiegen sei. Es gebe zudem kleinere Klassen, an den Stadtteilschulen etwa sank die durchschnittliche Zahl der Schüler pro Klasse im Vergleich zum Vorjahr von 23,1 auf 21,8.
Auch der vom SPD-Senat vorangetriebene Ausbau der Ganztagsangebote spiele eine Rolle. Im kommenden Schuljahr wird es 54 neue Ganztagsschulen geben, ingesamt sind es dann 243 solcher Einrichtungen. Der Schulausbau dauert jedoch noch an. «Wir stehen vor großen Herausforderungen», betonte Rabe. Zwischen 2013 und 2019 sollen rund zwei Milliarden Euro für Sanierung und Ausbau der Schulen ausgegeben werden.
Weil mancherorts Klassenräume und Kantinen fehlen, werden viele Jungen und Mädchen vorübergehend in Containern unterrichtet und bekommen ihr Mittagessen in der Pausenhalle. 67 neue Container kaufte die Stadt für das neue Schuljahr, jeder kostete rund 190.000 Euro. Ingesamt sind nach Angaben der Schulbehörde nun rund 440 dieser Boxen aufgestellt, in denen etwa 10.000 Kinder unterrichtet werden. «Diese Container werden noch eine Weile gebraucht», erklärte Rabe.
Kritik kommt von der Opposition: «In der Schulrealität führt der überstürzte Ausbau des Ganztagsangebots zu erheblichen Unsicherheiten bei Eltern, Lehrern und Schülern, mit denen sie allein gelassen werden», sagte die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Anna von Treuenfels. Die Grünen sehen für das kommende Jahr viele ungelöste Probleme. «Der Schulbau kommt nicht voran, vorhandenes Geld wird nicht abgerufen und dient möglicherweise zum Stopfen von Haushaltslöchern», erklärte Stefanie von Berg, schulpolitische Sprecherin der GAL-Fraktion.
Insgesamt werden 13.120 Schüler in Hamburg eingeschult; zu den fünften Klassen der verschiedenen Schulformen wurden 12.973 Schüler angemeldet. Beide Zahlen sind im Vorjahresvergleich leicht zurückgegangen. Trotzdem gibt es mehr Schüler im Stadtstaat, weil mehr Jugendliche als früher das Abitur anstreben.
Grundsätzlich können Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf bereits seit Änderung des Schulgesetzes 2010 alle allgemeinen Schulen besuchen. Dies löste einen regelrechten Ansturm aus. Doch das hat nach Angaben von Rabe auch dazu geführt, dass es «dramatische Rückgänge» der Schülerzahlen an vielen Sonderschulen gab. Eine dieser Schulen wird schließen müssen, weil nicht mehr genug Anmeldungen vorliegen. An den allgemeinen Schulen soll es im kommenden Schuljahr 233 zusätzliche Stellen für Erzieher und Sozialpädagogen geben, um dem gestiegenen Förderbedarf gerecht zu werden. dpa
(31.7.2012)

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