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Grüne wollen, dass Schüler ihre Lehrer benoten

HANNOVER (Mit Leserkommentaren). Niedersachsens Schüler sollen nach Ansicht der Grünen im Landtag auch die Leistungen ihrer Lehrer bewerten dürfen.

Bei den Zeugnissen für Lehrer soll es selbstverständlich nicht um Lernwissen, sondern vor allem um Verhalten gehen. Foto: Thomas Klaiber / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Bei den Zeugnissen für Lehrer soll es selbstverständlich nicht um Lernwissen, sondern vor allem um Verhalten gehen. Foto: Thomas Klaiber / Flickr (CC BY-SA 2.0)

„Für die Schüler gibt es Zeugnisse, auch für Lehrer und Lehrerinnen sollte es regelmäßige Rückmeldungen der Schüler geben, um so zur Verbesserung des Unterrichtes beizutragen“, sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter am Donnerstag in Hannover. Die Landesregierung müsse geeignete Verfahren entwickeln. Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) lehnt das ab. „Das ist kein origineller Vorschlag.“ Es sei eine Selbstverständlichkeit, dass sich Schüler mit ihren Lehrern über deren Unterricht austauschten. dpa

(19.07.2012)

5 Kommentare

  1. So eine Idee kann nur von Leuten kommen, die nicht selbst als Lehrer/in arbeiten.

  2. Im Rahmen vom Qualitätsmanagement wird immer wieder um eine Rückmeldung durch die Kunden (Kundenzufriedenheit) gebeten. Warum sollte es ein ähnliches Instrument nicht auch in der Schule geben? Ein Beschwerdemanagment, das transparent und effektiv ist, wäre ebenfalls sinnvoll.
    Ein(e) Lehrer(in) steht immer allein von der Klasse und was da abgeht wissen nur der (die) Lehrer(in) und die Schüler(innen)! Bei Beschwerden kann ich mir vorstellen, dass dann eine Kraft auch mal eine zeitlang gecoacht wird. Das kostet aber Zeit und Geld und das ist leider nicht genug für Bildung vorgesehen! Eine Kultur im Lehrerkollegium, in der auch zugegeben werden darf:“ ich habe mit dem Schüler/Eltern/Klasse Probleme“ oder „ich kann mit der Auffälligkeit nicht umgehen“ ist erstrebenswert. Aber das ist ein anderes Thema.
    Wenn vom Lehrkörper bei der Zensurenvergabe angemommen wird, das ausschließlich persönliche Vorlieben und Animositäten eine Rolle spielen; nun, da liegt der Verdacht nahe: von sich auf andere schließen, oder?
    In der Klasse meiner Tochter (Berufsbildende Schule) sollten sie die Lehrer bewerten. Eine Rolle spielte: kann er erklären, bereitet er sich auf den Unterricht vor, ist er pünktlich. Ist doch gar nicht so schlimm, oder?

  3. Den Vorschlag der Grünen halte ich grundsätzlich für überlegenswert. Es sollte doch keiner Lehrkraft egal sein, was die SchülerInnen über sie denken. Die Lehrkräfte werden erstaunt sein, wo überall „der Schuh drückt“.
    Klar, viele Lehrkräfte merken natürlich, ob sie von einer Klasse akzeptiert werden oder nicht. In einem vertrauensvollen Lehrer-SchülerInnen-Verhältnis ist es sicher eher möglich, auch Unbequemes zu sagen. Aber nicht jede Schülerin oder jeder Schüler traut sich, einer Lehrkraft offen zu begegnen. In einer anonymen Umfrage wird auch ihre Meinung ernst genommen.
    Ich halte jedoch nichts von einer behördlichen Vorschrift. Wie wäre es denn, die Schulen oder Klassen selber über eine Befragung entscheiden zu lassen? Selbstverständlich sollte eine Umfrage so seriös konzipiert sein, dass keine Lehrkraft beleidgt oder bloßgestellt wird. Sinnvoll scheint mir zu sein, die SchülerInnen bei der Erstellung der Umfrage mit
    einzubeziehen. Persönlich habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, das Ergebnis der Umfrage mit den SchülerInnen zu besprechen.
    Die von sophia formulierten Fragen gehen m.E. in die richtige Richtung.

  4. Ich habe nichts dagegen, wenn Lehrer/innen ihre Arbeit einer Bewertung unterziehen lassen müssen. Sinnvoller fände ich jedoch, wenn Kollegen beieinander hospitieren und sich Tipps geben. An unserer Schule versuchen wir das zumindest. Auf welcher methodisch-didaktischen Grundlage beurteilt ein 3.- oder 5.-Klasse-Schüler meinen Unterricht? Ist dann alles gut, was Spaß macht und alles schlecht, was keinen Spaß macht? Ist dann der Lehrer, bei dem man „entspannen“ kann, der bessere Lehrer und der, der Leistung einfordert, der schlechtere? Wenn es um außerunterrichtliche Faktoren geht, also wie ist der Lehrer als Mensch, wie geht er mit den Schülern um, ja, da traue ich auch Schülern eine Bewertung zu, sonst wünschte ich mir aber eher fachkundigen Rat. Aber natürlich, in einer Zeit, in der auch Patienten die Arbeit des Arztes in Internetportalen bewerten, da müssen wohl auch Lehrer damit leben. 😉

  5. @ sofawolf

    Das klingt aber ganz anders als Ihr erstes Posting!!

    Der Bewertungskatalog sollte sich natürlich am Alter der SchülerInnen orientieren.
    Ich betonte ja bereits, dass es sich um seriöse und sehr präzise formulierte Fragen handeln muss. Fragen wie „Ist der Lehrer nett?“ oder „Macht der Unterricht Spaß?“ halte ich für nicht passend.
    Unterschätzen Sie bitte nicht die Urteilsfähigkeit Ihrer SchülerInnen.

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