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Schüler allein zurückgelassen? Ärger um Ausflug – Schulamt ermittelt

LANGWEID (Mit Leserkommentaren). Nach einem Schulausflug in den Allgäuer Skyline Park sollen zwei Schüler von ihren Lehrern allein in dem Freizeitpark zurückgelassen worden sein. Das Schulamt ermittelt.

Einer der bekanntesten Freizeitparks in Bayern: der Allgäuer Skyline Park. Foto: Rufus46 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Einer der bekanntesten Freizeitparks in Bayern: der Allgäuer Skyline Park. Foto: Rufus46 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Wie die „Augsburger Allgemeine“ berichtet, wurden einer 13-jährige Schülerin und ein 14 Jahre alter Schüler wegen „disziplinarischer Probleme“, im Park zurückgelassen. In einem Telefonat sollen die Eltern der beiden gebeten worden sein, diese abzuholen.

Die anderen Schülerinnen und Schüler fuhren gemeinsam mit den Lehrkräften ins heimische Landweid, das knapp 80 Kilometer weit von dem Vergnügungspark entfernt liegt. Nach ungefähr einer Stunde wurden die zurückgelassenen Jugendlichen von einem Bekannten der Eltern abgeholt.

Für den Ausschluss kursieren verschiedene Erklärungen: Der Rektor berichtete der „Augsburger Allgemeinen“ von heftigen disziplinarischen Problemen, die letztlich zum Ausschluss aus der Schulveranstaltung geführt hätten. Das Mädchen dagegen soll nach eigener Aussage gegenüber der Zeitung die Abfahrtszeit nicht richtig verstanden zu haben, die Lehrer hätten nicht auf sie gewartet. Ob Sprachprobleme Grund für den Vorfall waren, ist nicht bekannt. Das Mädchen und der Junge sprechen nicht fließend Deutsch. Das aus Rumänien stammende Mädchen ist seit Dezember in Deutschland, ihr griechischer Mitschüler ist noch später gekommen.

Für das Schulamt ist jetzt interessant, inwiefern die Jugendlichen beaufsichtigt wurden, während sie warteten. Von Seiten der Schule heißt es, dass dies zu jeder Zeit der Fall war. Wie die Aufsicht aussah, wollte der Rektor der „Augsburger Allgemeinen“ gegenüber allerdings nicht sagen. Sollten die Lehrer ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, drohen ihnen disziplinarische Konsequenzen.

(18.07.2012)

8 Kommentare

  1. Ich kann zu dem Einzelfall nichts sagen, da man aber immer wieder liest, wie „unschuldige“ Kinder und Jugendliche von bösen Erwachsenen schlecht behandelt wurden, möchte ich mal darauf hinweisen, dass sich auch Kinder und Jugendliche heutzutage enorm (!) daneben benehmen können. Laut einem Gerichtsurteil dürfen übrigens solche Schüler, die bereits in der Schule durch Disziplinlosigkeit auffallen, von vornherein von außerunterrichtlichen Veranstaltungen ausgeschlossen werden, weil zu erwarten ist, dass sie sich dabei nicht anders verhalten und das kann auch eine Gefahr für die anderen Schüler sein.

  2. Wieder einmal eine Geschichte, die sich zunächst sehr dramatisch anhört und von einer nach sensationellen „News“ gierenden Öffentlichkeit begierig aufgegriffen wird.
    Ich wünschte mir gerade von einer Lehrerplattform hier mehr Zurückhaltung. Warum wird nicht so lange gewartet, bis der Vorgang zweifelsfrei geklärt ist? Dann kann immer noch darüber berichtet werden.
    Was stimmt? Was sind Halbwahrheiten oder gar Lügen? Niemand von uns kann das aufgrund des Berichtes mit hundertprozentiger Sicherheit sagen.

    • Liebe/r pfiffikus,

      der Fall sorgt für Aufsehen in der Presse und das Schulamt ermittelt. Diese Fakten zeigen (einmal mehr), welch‘ große Verantwortung Lehrer tragen – und was für ein Druck sich mitunter aufbaut, wenn sie nicht sofort zweifelsfrei nachweisen können, dass sie dieser Verantwortung auch stets nachgekommen sind. Dies rechtfertigt aus unserer Sicht den Bericht – zumal wir (ganz bewusst) den Schulnamen nicht genannt haben. Es geht uns eben nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen, sondern darum, das berechtigte Informationsbedürfnis der Leserschaft zu stillen. Das große Interesse scheint uns Recht zu geben: Der Artikel ist heute mit Abstand der mit den stärksten Zugriffen.

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

  3. Ich habe mal als Lehrer an einer Schule den Schulbus fahren müssen, mit dem die Schüler morgens von den Dörfern eingesammelt bzw. spätnachmittags nach Hause gebracht wurden. Ich fand das erst gar nicht so schlecht und wunderte mich, dass man erzählte, meine Vorgängerin hätte das als die „schlimmste Stunde“ des Tages empfunden. Rasch merkte ich, warum, denn wenn die Kinder im Bus herumalberten, sich gegenseitig häselten und piesackten, hatte man kaum Möglichkeiten einzugreifen, man musste ja auf den Verkehr achten. Irgendwann drohte ich einem Rabauken, ihn vor seinem Dorf abzusetzen, sodass er den Rest des Weges zu Fuß gehen müsse. Die anderen sagten mir lapidar: „Das hilft nichts. Das hat Frau XY auch schon gemacht.“

  4. Liebe Redaktion,

    es tut mir leid, Ihren Ausführungen kann ich nicht folgen.
    Sie haben bewusst den Schulnamen nicht genannt. Gut, nach wenigen Klicks bei Google kann ich Ihnen sogar den Schulleiter mit Namen nennen und in der Augsburger Allgemeinen sehen Sie die Tochter mit der Mutter abgebildet.
    Das Argument nach dem „berechtigten Informationsbedürfnis der Leserschaft“ rechtfertigt Ihrer Meinung nach diesen Artikel. Also, ich kann sehr gerne auf Artikel dieser Art verzichten, zumal er nicht einmal den aktuellen Diskussionsstand wiedergibt. Dieser reduziert sich wegen
    der möglichen disziplinarrechtlichen Folgen vor allem auf die Aufsichtsfrage. Zudem hätten Sie bei einer gründlicheren Recherche erfahren, dass es sogar ein zufrieden stellendes Lehrer-Elterngespräch gab (Aussage des Schulleiters),und dieser sich sehr verwundert darüber zeigt, dass die Eltern anschließend an die Öffentlichkeit gingen.
    Sie haben doch in der Leserschaft sozusagen „schlafende Hunde geweckt“. Außer den LeserInnen aus der Region hat bestimmt niemand von dieser Geschichte gewusst.
    Was im Allgäuer Skyline Park tatsächlich passierte, weiß die Öffentlichkeit trotz der umfangreichen Berichterstattung immer noch nicht. Ich wünsche mir, dass Sie dort „am Ball bleiben“ und die Leserschaft dann auch informieren. In der Tat habe ich jetzt ein großes Informationsbedürfnis, wie die Geschichte endet.
    Vor allem bei Anschuldigungen von Schülern und Eltern gegen Lehrer sollten sich die Medien sehr zurückhalten. Es gibt Fälle, da haben sich die Medien zu Komplizen dieser Gruppe gemacht, indem sie kritiklos deren Positionen verbreiteten. Was so ein unverantwortliches Handeln für die Angeschuldigten bedeutet, können Sie sich bestimmt unschwer ausmalen.

  5. Ich habe an der Berichterstattung eigentlich nichts auszusetzen, stimme @pfiffikus aber zu, dass Medien heute zu der Tendenz „Arme Schüler – böse Erwachsene“ neigen. Man stelle sich vor, dass der Titel nicht „Schüler allein zurückgelassen“ gelautet hätte „Schüler terrorisieren auf Ausflug Klassenkameraden“ oder gar „Lehrer schützen Schüler vor Terror-Kids“. Es fehlt in der Berichterstattung tatsächlich die GENAUE Angabe dessen, warum sich die Lehrer (die ja um ihre Aufsichtspflicht wissen!!!) nicht mehr anders zu helfen wussten, als besagte Schüler im Park zurückzulassen. Allerdings laste ich das nicht der Redaktion an, die vmtl. ihre Informationen auch nur aus zweiter Hand hat.

  6. … (ups, wieder bräuchte ich dringend eine Bearbeitungsfunktion für meinen vorherigen Kommentar.) …

  7. Liebe Redaktion,

    in meiner Stellungnahme vom 21. Juli 2012 habe ich den Wunsch ausgesprochen, bei dem Thema „am Ball“ zu bleiben und die Leserschaft darüber zu informieren, wie die Geschichte ausgegangen ist. Ich gehe davon aus, dass Sie für mein Informationsbedürfnis Verständnis haben. Viele dieser Geschichten werden zunächst mit großem
    Medienrummel veröffentlicht. Bald schon scheint sich aber niemand mehr dafür zu interessieren und somit bleibt das Ende meistens offen. Im vorliegenden Fall geht es wohl um die ganz wichtige Frage, ob die beiden Betroffenen allein oder unter Aufsicht im Park zurückbleiben mussten.

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