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Seehofer: Neues Spitzengespräch zu G8 in Bayern

WARSCHAU/MÜNCHEN. Ministerpräsident Seehofer will die Gymnasien mit einem neuen Gipfelgespräch befrieden. Die SPD hält Kultusminister Spaenle für den falschen Mann am falschen Ort.

Will in der kommenden Woche erneut über G8 in Bayern sprechen: Ministerpräsident Horst Seehofer. Foto: Paukner / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Will in der kommenden Woche erneut über G8 in Bayern sprechen: Ministerpräsident Horst Seehofer. Foto: Paukner / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will den Dauerstreit über das achtjährige Gymnasium (G8) noch vor den Sommerferien endgültig aus der Welt schaffen – bei einem neuen und finalen Spitzengespräch in der Staatskanzlei. Am kommenden Montag werde es – wie vereinbart – ein weiteres Treffen mit Eltern, Lehrern und Schülern geben, kündigte Seehofer am Rande seines Besuchs in der polnischen Hauptstadt Warschau an. Dabei soll es vor allem darum gehen, wie das geplante Zusatzjahr ausgestaltet wird. Am Dienstag werden die Ergebnisse im Kabinett besprochen. Die Landtags-SPD glaubt nicht, dass der Plan von Erfolg gekrönt sein wird: Bildungsexperte Martin Güll stellte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) die Note «mangelhaft bis ungenügend» aus.

Bei einem ersten Treffen mit Seehofer vor zwei Wochen hatte sich die G8-Runde auf Änderungen verständigt, eine Rückkehr zum alten G9 aber ausgeschlossen. Vereinbart wurde unter anderem, dass in elf von 25 Fächern die Lerninhalte eingedampft werden sollen. Außerdem sollten Gymnasiasten in der Mittelstufe bei Bedarf ein Jahr zusätzlich einlegen können – ohne dass das als Sitzenbleiben zählt.

Hierüber aber gibt es noch Streit: Während Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) den Schülern diese «zusätzliche Lernzeit» nur bei Bedarf einräumen will, fordert der Landesschülerrat eine grundsätzliche Wahlfreiheit: Demnach sollen alle Schüler zu Beginn der Mittelstufe die Wahl haben, ob sie den Stoff der Klassen acht bis zehn in drei oder vier Jahren hinter sich bringen wollen.

Die SPD griff Spaenle scharf an. SPD-Bildungsexperte Güll warf ihm vor, weder die Probleme an den Schulen noch den Dauerstreit um das G8 und die Übertrittszeugnisse in der vierten Grundschulklasse in den Griff zu bekommen. Für das G8 forderte Güll eine Reduzierung des Lehrplans sowie ein verlässliches Ganztagsangebot. Das vom Kultusministerium vorgelegte Konzept eines freiwilligen Zusatzjahres in der Mittelstufe lehnt die SPD ab. Wenn überhaupt, sollten die Schüler erst in der Oberstufe entscheiden, ob sie in zwei oder drei Jahren Abitur machen wollten. Der SPD-Politiker hielt dem Kultusminister vor, im G8 ohne Konzept an den Symptomen herumzukurieren: «Das System ist nicht stimmig. Der Minister hat keine Vorstellung, wie das G8 inhaltlich aussehen soll.» dpa

(27.7.2012)

Zum Bericht: Spitzentreffen bei Seehofer: G8 bleibt – wird aber reformiert

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