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Bayern: Seehofer will bei Spitzentreffen G8-Krach beilegen

MÜNCHEN. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will dem Dauerkrach um das achtjährige Gymnasium (G8) ein Ende setzen. Am Freitagnachmittag kam er deshalb in der Staatskanzlei zu einem Runden Tisch mit Vize-Ministerpräsident Martin Zeil (FDP), Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sowie Vertretern von Lehrer-, Eltern- und Schülerverbänden zusammen.

Das G8 steht seit seiner Einführung in der Kritik. Lehrer, Eltern und Schüler klagen unter anderem über eine viel zu große Stofffülle. Befeuert wurde die Kritik zudem dadurch, dass die Durchfallquoten in den Abiturprüfungen im G8 merklich über denen im alten G9 liegen. Die Landesschülervereinigung (LSV) beklagte vor dem Spitzentreffen erneut, dass viele Gymnasiasten mit der Stofffülle, die in einer verkürzten Zeit gelernt werden muss, überfordert seien. Diese Schüler hätten bessere Erfolgschancen im 13-jährigen Gymnasium, hieß es.

Die Landtags-SPD warf Spaenle Unfähigkeit und «Dilettantismus der höchsten Form» vor. «400 000 junge Menschen in Bayern sind von der Unfähigkeit eines CSU-Ministers betroffen», sagte der Bildungsexperte Martin Güll. Spaenle und dessen Vorgänger seien seit mehr als acht Jahren nicht imstande, das bayerische Gymnasium in seiner verkürzten Form sach- und vor allem schülergerecht aufzustellen, kritisierte er. Nun müsse Seehofer selbst die Arbeit seines Kultusministers machen.

Die Grünen nannten den Runden Tisch eine reine Showveranstaltung. Die Unzufriedenheit vieler Eltern, Schüler und Lehrer über das G8 lasse sich nicht «mit einem Gipfeltreffen bei Ministerpräsident Seehofer wegwischen», erklärte der schulpolitische Sprecher Thomas Gehring. Ein von Anfang an falsch konzipiertes und schlecht umgesetztes Projekt müsse von Grund auf umgestaltet werden, alles andere sei eine Politik der Beschwichtigung, kritisierte er. dpa
(13.7.2012)

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