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Inklusion scheitert vor allem an Ausstattung der Schulen

WIESBADEN. Dem angestrebten gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern steht in Hessen vor allem die fehlende Ausstattung der Schulen im Weg. Insgesamt haben die Schulämter im vergangenen Schuljahr 260 behinderte Kinder für den Unterricht an Regelschulen abgelehnt. 

Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet Deutschland zum gemeinsamen Unterricht. Foto: Honza Soukup / Flickr (CC BY 2.0)

Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet Deutschland zum gemeinsamen Unterricht. Foto: Honza Soukup / Flickr (CC BY 2.0)

In mehr als 80 Prozent der Fälle wurden dabei Anträge von Eltern mit der Begründung zurückgewiesen, es fehle den Schulen an räumlichen und personellen oder technischen Voraussetzungen. Nur bei einer kleinen Minderheit wurde der Antrag wegen der pädagogischen Rahmenbedingungen abgelehnt. Dies geht aus einer Antwort des Kultusministeriums auf einen am Mittwoch von den Grünen veröffentlichten Berichtsantrag hervor.

Der Grünen-Abgeordnete Mathias Wagner nannte es skandalös, dass die Inklusion – der gemeinsame Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern – vor allem an räumlichen und personellen Problemen scheitere. Noch nie habe es in Hessen so viele Ablehnungen gegeben wie im vergangenen Schuljahr. SPD und Linke bezeichneten die Zahlen ebenfalls als Eingeständnis einer gescheiterten Politik der schwarz-gelben Koalition.

Kultusministerin Nicola Beer (FDP) betonte dagegen, dass sich die Schulen in Hessen bei der Inklusion in einem Umbruch befänden. Mit Beginn des neuen Schuljahrs seien außerdem die Rechte der Eltern von behinderten Kindern gestärkt worden. Es gehe jetzt darum, gemeinsam mit den Schulen einen Konsens zu finden, sagte Beer. dpa

(22.08.2012)

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