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Ministerin Kurth: Schulstart in Sachsen problemlos – trotzdem Kritik

DRESDEN. Während Sachsens Schüler die letzten Ferientage genießen, laufen an den Bildungseinrichtungen die letzten Vorbereitungen für das neue Schuljahr. Laut Kultusministerium gibt es einen guten Start.

Hält die Unterrichtsversorgung für gesichert: Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth. Foto: Staatsministerium für Kultus

Hält die Unterrichtsversorgung für gesichert: Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth. Foto: Staatsministerium für Kultus

Der Unterricht an Sachsens Schulen ist nach Aussage von Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos) ausreichend abgesichert. «In Einzelfällen könnte es in Abhängigkeit von bestimmten Fächern an einzelnen Schulen jedoch zu Problemen bei der Unterrichtsabsicherung kommen», räumte die Ministerin ein. Schwierigkeiten gebe es wie in den Vorjahren bei den Förderschulen. Dort sei der Unterricht zu 95 bis 98 Prozent abgesichert. Das neue Schuljahr beginnt am kommenden Montag.

«Wir haben einen straffen und effizienten Einsatz von Lehrern geplant», sagte die Ministerin. Im Rahmen des Schulgesetzes seien mancherorts größere Klassen als bisher gebildet worden. Damit gibt es im neuen Schuljahr weniger Klassen als 2011/12, obwohl die Zahl der Schüler wieder stieg. Eine weitere Einstellungsrunde für junge Lehrer sei im Februar kommenden Jahres geplant, der Umfang werde im Herbst geklärt. Zudem stünden zunächst bis Ende des Jahres eine Million Euro zur Verfügung, um etwa Honorarkräfte für Notfälle einzukaufen.

Kurth sprach mit Blick auf die Anstrengungen bei der Suche nach neuen Lehrern von einem akzeptablen Gesamtergebnis. «Mehr Lehrerstunden für Arbeitsgemeinschaften, schulartübergreifende Projekte oder zusätzliche Fördermaßnahmen wären allerdings schön gewesen.» 650 neue Lehrer seien eingestellt worden. Für den Unterricht stünden zusätzlich auch 66 Lehrkräfte zur Verfügung, die bislang in der Kultusverwaltung gearbeitet haben. Hinzu kämen 290 Lehrer, die bislang ausschließlich Ganztagsangebote an den Schulen betreut hatten.

Sachsens Opposition hat sich wie erwartet kritisch zu den Vorbereitungen auf das neue Schuljahr geäußert. Linke, SPD und Grüne meinen, dass es trotz der Neueinstellungen immer noch zu wenige Lehrer gibt.

Auch der Landesschülerrat kritisiert das Kultusministerium. «Das Schuljahr ist lang und die Personaldecke dünn. Absicherung des Schuljahres bedeutet für den Landeschülerrat genügend Lehrkräfte von der ersten bis zur letzten Schulwoche», erklärte Vorsitzender Konrad Degen. Der Sächsische Lehrerverband prophezeite schwere Zeiten. Das neue Schuljahr sei aus organisatorischer Sicht schwieriger als alle vorherigen und werde einen «massiven Verlust an Bildungsqualität» bringen. Die Neueinstellung von 650 jungen Pädagogen sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, komme jedoch zu spät und sei nicht ausreichend. dpa
(30.8.2012)

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