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Niedersachsen: GEW fordert Umbau der Oberstufe

HANNOVER. In der Diskussion um die oft lückenhaften Mathematik-Kenntnisse von Abiturienten hat sich die Lehrergewerkschaft GEW für einen Umbau der gymnasialen Oberstufe ausgesprochen.

Das derzeitige Modell mit drei Leistungskursen zu je vier Wochenstunden sei mitverantwortlich für die hohe Abbrecherquote unter Studenten in den ersten Semestern, sagte Landeschef Eberhard Brandt am Samstag dem Norddeutschen Rundfunk. Der Unterricht könne auch in Mathe und den naturwissenschaftlichen Fächern intensiviert werden, wenn stattdessen nur zwei Leistungskurse mit jeweils fünf Stunden pro Woche angeboten würden, schlug der GEW-Vorsitzende vor.

Eberhard Brand, Landesvorsitzender der GEW Niedersachsen Foto: GEW Niedersachsen

Eberhard Brandt, Landesvorsitzender der GEW Niedersachsen Foto: GEW Niedersachsen

Daneben könnten spezielle Fortbildungskurse für Mathematik-Lehrer die Situation verbessern helfen, meinte Brandt. Nach Beobachtung von Hochschulen und Arbeitgeberverbänden haben viele Studenten Probleme, trotz Abitur den Anforderungen des Studiums gerecht zu werden.

Etliche Studienanfänger hätten vor allem in Mathematik enorme Defizite, sagte der Präsident der Leibniz-Universität Hannover, Erich Barke. Er hatte im Gespräch mit der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» deshalb ein verpflichtendes Vorsemester an den Hochschulen verlangt. Nach Einschätzung der Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Uni Osnabrück, Martina Blasberg-Kuhnke, haben viele Schulabgänger zudem Lücken in den Fremdsprachen und in Deutsch.

Die Landesregierung wies die Forderungen nach einem verbindlichen Pflicht-Vorsemester an den Unis zurück. Der Vorwurf, dass die Schulen keine ausreichende Vorbereitung auf das Studium leisteten, treffe nicht zu, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Ähnlich äußerte sich das Wissenschaftsministerium. Es gebe überdies die Möglichkeit, Wissensmängel mit zusätzlichen freiwilligen Tutorien aufzubessern. dpa

(04.08.2012)

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