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Ozean-Check: Deutschen Meeren geht es halbwegs gut

SANTA BARBARA. Deutsche Meere sind relativ gesund. Das berichten US-Wissenschaftler in einer Studie zur Ozeangesundheit im Journal «Nature». Die Situation der Weltozeane ist wesentlich bedenklicher. Insgesamt erreichten die Weltmeere auf einer Gesundheitsskala von Null bis Hundert nur 60 Bewertungspunkte.

Sonnenaufgang über der Nordsee. Foto: JuTa234 / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Sonnenaufgang über der Nordsee. Foto: JuTa234 / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Ähnlich wie beim menschlichen Gesundheitscheck untersuchten die Forscher der Universität von Kalifornien (Santa Barbara) rund 170 Küstenregionen nach verschiedenen Kriterien. So bewerteten die Wissenschaftler um Benjamin Halpern etwa Ernährungssicherung, Wasserqualität, biologische Vielfalt, Tourismus und Freizeit oder die Kohlenstoffspeicherung in den Gewässern mit unterschiedlichen Punktzahlen.

Deutschland wurde in acht der zehn Kategorien positiv beurteilt und erhielt 73 Punkte. Bei der Nahrungsversorgung aus dem Meer und Erholungsmöglichkeiten schneidet jedoch auch Deutschland neben nahezu allen anderen Küstenländer schlecht ab. Über 70 Punkte erzielten sonst nur noch fünf Prozent aller bewerteten Länder, unter anderem die Seychellen (73) und die unbewohnte Jarvisinsel im südlichen Pazifik. Sie schnitt mit 86 Punkten am besten ab. Die USA erzielten 63, Großbritannien 61, China 53 und Australien und Russland jeweils 67 Punkte.

Obwohl die Ozeane um die Industrieländer nach Angaben von Halpern und seinen Kollegen besser waren als Entwicklungsländer, gab es auch überraschende Ergebnisse: Das Entwicklungsland Surinam schnitt mit 69 Punkten gut ab. Polen erreichte mit nur 42 Punkten ein besonders schlechtes Ergebnis.

Die Punktzahl setzt sich aus der Beurteilung der einzelnen Kategorien zusammen. Durch diese neue Art der Berechnung schufen die Forscher einen Index, mit dem sich die Meeresgesundheit messen lässt. Halpern und seine Kollegen sehen diese Bewertungsmethode als Informationsquelle für Forscher, Entscheidungsträger aber auch alle anderen Menschen. Nach ihren Angaben könnte es künftig ein wichtiges Werkzeug sein, um Lösungen zu finden, die die Meere nachhaltig schützen und gleichzeitig menschliche Interessen umsetzen. dpa
(15.8.2012)

 

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