Politiker fordern eine neue „Erinnerungskultur“ zur DDR

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BERLIN. Der Bau der Mauer vor 51 Jahren steht für die deutsche Teilung. Parteien fordern, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und sich stärker mit der DDR-Geschichte auseinanderzusetzen.

Blick vom Südwesten auf die Grenzbildung am Brandenburger Tor, 13. August 1961. Foto: Steffen Rehm / Wikimedia Commons
Blick vom Südwesten auf die Grenzbildung am Brandenburger Tor, 13. August 1961. Foto: Steffen Rehm / Wikimedia Commons

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Katrin Göring-Eckardt hat vor dem Jahrestag des Mauerbaus 1961 mehr Bürgerengagement bei der Aufarbeitung der DDR-Geschichte gefordert. Die Erinnerungskultur müsse mit Initiativen und Orten «von unten» gestärkt werden, erklärte die Vizepräsidentin des Bundestages. Sie forderte eine Überarbeitung des Gedenkstättenkonzepts der Bundesregierung von 2008. Es sehe weiterhin keine Förderung zivilgesellschaftlicher Projekte vor. Es bestehe eine Tendenz «zur Verstaatlichung des Gedenkens», monierte sie.

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Auch CDU und SPD forderten ein stärkeres Auseinandersetzen mit der SED-Diktatur. Die Erinnerung an die Opfer müsse wachgehalten werden. «Viele haben ihren Wunsch nach Freiheit mit dem Leben bezahlt», erklärte der Thüringer SPD-Landeschef Christoph Matschie. Es sei die Verantwortung aller, weiterzugeben, was Unfreiheit bedeute und wie sie die Ostdeutschen 1989 überwunden hätten. Dieses Thema dürfe nicht aus der öffentlichen Debatte verschwinden und gehöre auch in die Schulen und Familien, sagte Matschie, der auch Bildungsminister im Freistaat ist. Allein an der Berliner Mauer seien mindestens 136 Menschen gestorben.

Göring-Eckardt erklärte, der Tag des Mauerbaus am 13. August 1961 sei ein Tag des Erinnerns deutscher Geschichte, ein Tag des Gedenkens und vor allem des Weiterdenkens. «Wir müssen uns fragen, welches Bild von der DDR-Diktatur wir mit dem “Staffelstab der Erinnerung” weitergeben wollen und können.» Ein differenziertes Betrachten der DDR-Geschichte und eine feste Verankerung im Geschichtsunterricht seien unerlässlich.

Der Thüringer CDU-Generalsekretär Mario Voigt forderte zudem, die SED-Opferrente auszuweiten. Sie sei an soziale Bedürftigkeit geknüpft. Dies sollte geändert werden. «Wir können das Leid der Opfer nicht ungeschehen machen, aber wir sollten es zumindest lindern.» Eine Entschädigung sollte deshalb für alle gelten, die im Namen von SED und Stasi Unrecht erfahren haben, sagte Voigt. dpa
(11.8.2012)

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