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Thüringen will Einstiegsschancen für junge Lehrer verbessern

ERFURT. Als Reaktion auf das hohe Durchschnittsalter der Lehrer soll verbeamteten Pädagogen im Alter ab 60 Jahren ein vorzeitiges Ruhegehalt angeboten werden, sagte der Sprecher des Bildungsministeriums, Gerd Schwinger, am Dienstag in Erfurt. Damit wolle man die Einstiegschancen junger Lehrer verbessern.

Eine entsprechende Regelung sei vom Finanzministerium vorgelegt worden. Sie solle Bestandteil des Haushaltsbegleitgesetzes werden. «Es handelt sich dabei nicht um ein Personalabbauprogramm, sondern ein Altersstrukturprogramm», sagte Schwinger. Im Zeitraum von 2012 bis 2016 kämen dafür etwa 880 Lehrer infrage.

An den Regelschulen und Gymnasien – nur für sie soll die Regelung gelten – gebe es durch die Personalpolitik in der Vergangenheit derzeit etwa 1000 Lehrer zu viel. Zudem sollen nur die Lehrer vorzeitig in den Ruhestand gehen können, die nicht in den sogenannten Mangelfächern Musik, Latein, Französisch oder Spanisch unterrichten. Wer das Angebot annehmen wolle, würde ein Ruhegehalt von 66 Prozent seiner Bezüge bis zum regulären Pensionierungszeitpunkt erhalten.

Nach Angaben des Bildungsministeriums beträgt das Durchschnittsalter der Thüringer Lehrer an Regelschulen und Gymnasien gut 51 Jahre. «Nur acht Prozent der Lehrer sind unter 40 Jahre alt. Das wird beklagt – zurecht», sagte Schwinger. «Wir wollen, dass frischer Wind in die Klassenzimmer kommt.»

Zudem sei mit dem Finanzministerium vereinbart worden, dass im kommenden Jahr 300 junge Lehrer in den Schuldienst eingestellt werden. Die Zahl könne um bis zu 100 aufgestockt werden, wenn mindestens 100 Lehrer vorzeitig in den Ruhestand gehen, bestätigte eine Sprecherin des Finanzministeriums. Die Regelung sei bereits einmal im Kabinett beraten worden. Dazu sei auch eine Anhörung geplant.

Die Bildungspolitikerin der FDP-Fraktion, Franka Hitzing, unterstützte das Ruhestandsangebot. Sie bezweifelte jedoch, dass die Nachbesetzung von 300 Stellen ausreicht. Es sei zu erwarten, dass viele 60 Jahre alte Lehrer die Regelung nutzen würden. Schon heute gebe es an vielen Schulen Unterrichtsausfälle. dpa

(7.8.2012)

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