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Aufregung an zwei Grundschulen: Fremde Männer belästigen Mädchen

BERLIN/MÖNCHENGLADBACH. Gerüchte über Fremde, die sich Kindern nähern, kursieren öfter an Grundschulen. Nicht immer lässt sich der Wahrheitsgehalt zweifelsfrei klären. In zwei aktuellen Fällen aber gibt es Zeugen: Ein Unbekannter hat an einer Grundschule in Berlin wiederholt Mädchen angesprochen – und angefasst. Aus Mönchengladbach wird ein ähnlicher Vorfall gemeldet.

Mann mit Kind

Nicht einfach mitgehen: In Selbstbehauptungstraining lernen Grundschüler, Unbekannten gegenüber misstrauisch zu sein. Foto: fusionstream/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Ein unbekannter Mann sorgt an der Pettenkofer-Grundschule im Stadtteil Friedrichshain für Aufregung: Drei Mädchen hat er in den vergangenen Tagen auf dem Schulgelände angesprochen, angefasst und belästigt. Lehrer, Eltern und auch die Schüler sind entsetzt und verängstigt. Die Schule hat inzwischen verschärfte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen und die Schulhoftore verschlossen, die Pausen-Aufsichten wurden verstärkt. Die Schüler dürfen nur noch zu zweit auf die Toilette gehen. Schulfremde müssen sich anmelden und einen Besucher-Button tragen.

„Wir nehmen das sehr ernst“, sagte Schulleiter Hans-Jürgen Hesse über die Vorfälle an seiner Schule zur “B.Z.”. „Wir haben sofort den Präventionsbeauftragten für unseren Kiez kontaktiert und ein Handlungskonzept erarbeitet.“ Auch eine nahe gelegene Buchhandlung warnte Eltern, die in der Nähe wohnen, per Mail vor einem „pädophilen Täter“. Buchhändlerin Stefanie Maerz erklärt: „Vor drei Wochen hat er ein Mädchen, das aus unserem Laden kam, verfolgt, angesprochen und angefasst.“

Für Berlins Schulen gibt es noch keine einheitliche Vorgehensweise für den Umgang mit solchen Situationen. Mitunter wird über Zwischenfälle gar nicht gesprochen. Das soll sich in Kürze ändern. Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) plant, die Berliner Notfallpläne zu erweitern, damit auch umliegende Schulen und Eltern informiert werden.

Mönchengladbach: Lüge als Lockmittel

Auch in Mönchengladbach hat am vergangenen Mittwoch ein älterer Mann eine Grundschülerin belästigt – und versucht, sie vom Schulgelände wegzulocken. Wie die “Rheinische Post” berichtet, habe der Mann zu dem Kind gesagt, er wolle es zu seiner Oma bringen. Das Mädchen hat sich vehement gegen den Mann gewehrt und umgehend einen Lehrer angesprochen, dem es von dem Vorfall berichtet hat “Genau richtig gehandelt”, sagte Polizeisprecher Jürgen Lützen gegenüber der Zeitung.

Auch in Mönchengladbach hat die Schule bereits alle Eltern und die umliegenden Schulen informiert. Über Facebook verbreitete sich die Nachricht über den Vorfall schnell. Mütter, Väter und andere Mitglieder des Netzwerks teilten die Nachricht knapp 300 Mal. jh

(02.09.2012)

Zum Bericht: “Missbrauch auf Schultoilette – sechseinhalb Jahre Haft für Täter”

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