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Landeselternrat: Ministerium zensiert Elternratgeber

HOHENDORF/SCHWERIN. Der Landeselternrat in Mecklenburg-Vorpommern wirft dem Bildungsministerium Zensur vor. Das hatte darauf bestanden, dass ein Begriff in einem Elternratgeber geändert wird.

Das Bildungsministerium wolle die Broschüre deswegen nicht drucken lassen. Es unterscheide nämlich zwischen Totalausfall und Unterricht, der zur Vertretung anfalle. Würden beispielsweise den Kindern Aufgaben erteilt – selbst wenn diese zu Hause erledigt werden könnten – gelte die Stunde als nicht ausgefallen.

«Der Bildungsminister will die Statistik schönen und so von der hohen Vertretungsquote ablenken», meinte der stellvertretende Vorsitzende des Elternrats, Torsten Werner. Etwa zehn Prozent des Unterrichts werde als Vertretungsstunde erteilt, drei Prozent falle völlig aus. «Wenn in einer Fibel für Eltern, Eltern nicht das sagen und schreiben dürfen, was Eltern denken, dann ist das Zensur.» Eine Stellungnahme aus dem Hause von Minister Mathias Brodkorb (SPD) war zunächst nicht zu bekommen.

Zehn-Punkte-Programm gegen Unterrichtsausfall

Nach heftiger Kritik von Eltern hatte das Bildungsministerium zum laufenden Schuljahr 20 Stellen für Vertretungslehrer an Grundschulen bereitgestellt. Das war Teil eines Zehn-Punkte-Programms zur Vermeidung von Unterrichtsausfall. Im vergangenen Jahr wurden laut Ministerium an Grundschulen 8 bis 9 Prozent der Unterrichtsstunden vertreten, knapp ein Prozent fiel aus.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es rund 12 000 Lehrer. Aufgrund des steigenden Durchschnittsalters nimmt die Zahl der Krankheitstage zu. Der Landeselternrat will auf seiner Herbsttagung über das Thema sprechen. dpa

(24.09.2012)

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