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Lungenärzte: Nichtraucherschutzgesetz ist erfolgreich

KARLSRUHE. Weniger Lungenerkrankungen und weniger Herzinfarkte: Fünf Jahre nach Inkrafttreten des Nichtraucherschutzgesetz hat die Regelung bereits positive Auswirkungen auf die Gesundheit vieler Menschen, meldet die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT).  Welche Folgen der Nichtraucherschutz auf die Gesundheit hat, diskutieren Experten auf der 21. Jahrestagung der DGT vom 27. bis 29. September 2012 in Karlsruhe.
Wie die DGT im Vorfeld der Tagung bilanziert, habe es schon ein Jahr nach Inkrafttreten des Nichtraucherschutzgesetzes bei der Krankenkasse DAK 1 430 Angina-pectoris-Fälle und 450 Herzinfarkt-Einweisungen weniger als im Vorjahr gegeben. Dafür hatten Wissenschaftler Krankenhausdaten von mehr als drei Millionen Versicherten ausgewertet.
Für einen statistisch belegbaren Einfluss auf die Häufigkeit von Krebs sei der Beobachtungszeitraum aber noch zu kurz. Allerdings beschrieben Studien aus Schottland, Italien und den USA einen Rückgang der Herzinfarktrate nach Inkrafttreten umfangreicher Rauchverbote. Einer der Referenten der Tagung, Johannes Schildge, Chefarzt der Abteilung Pneumologie an den St. Vincentius-Kliniken in Karlsruhe vermutet: „Für Krebs dürfte langfristig das Gleiche gelten, vorausgesetzt, das Rauchverbot wird konsequent durchgesetzt.“
Jährlich sterben in der Bundesrepublik etwa 3 300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens, zehn Prozent davon an Lungenkrebs. Experten der DGT gehen davon aus, dass Zigarettenqualm die häufigste Ursache für Lungenkrebs bei Nichtrauchern ist.
Die Menschen werden weniger krank, seit sie weniger rauchen, sagen die Forscher. (Foto: ed g2s • talk/Wikimedia CC BY-SA 3.0)

Die Menschen werden weniger krank, seit sie weniger rauchen, sagen die Forscher. (Foto: ed g2s • talk/Wikimedia CC BY-SA 3.0)

Passivrauchen fordert ebenso viele Opfer wie Straßenverkehr

Knapp 20 Millionen Deutsche greifen täglich zur Zigarette – und nehmen mit jedem Zug etwa 4 800 überwiegend giftige Substanzen auf. Doch nicht nur sie sind gefährdet an Bronchitis, Raucherbein, Herz-Kreislauferkrankungen oder Krebs zu erkranken, sie schädigen auch ihre nicht rauchenden Mitmenschen. So sterben laut einer von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in 192 Ländern durchgeführten Studie weltweit pro Jahr etwa 600 000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens.

Die Weltgesundheitsorganisation führt Zigarettenqualm als krebserregende Substanz auf derselben Stufe wie den giftigen Baustoff Asbest. „ 40 Substanzen im Rauch sind kanzerogen, also krebserzeugend“, sagt Schildge. Entsprechend stürben hierzulande jährlich genauso viele Menschen an den Folgen des Passivrauchens wie im Straßenverkehr. Immerhin sind fast die Hälfte der Deutschen – darunter Kinder, Heranwachsende und Schwangere – zu Hause oder am Arbeitsplatz Tabakrauch ausgesetzt. Zwar gebe es seit 2007 das Nichtraucherschutzgesetz. Auf Länderebene sei dies aber nicht einheitlich geregelt. „Konsequenter Nichtraucherschutz ist insbesondere in der Gastronomie nicht gegeben“, kritisiert Schildge. nin

(24.9.2012)

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